In den Pausen wird „gebuzzert“ Osnabrücker Schüler bauen eigenen Computerspielautomaten

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Der Spielautomat „Buzzer“ wurde von Schülern der Gesamtschule Schinkel selbst gebaut. Er bringt nicht nur Spaß, sondern trainiert auch kognitive Fähigkeiten. Foto: Hermann PentermannDer Spielautomat „Buzzer“ wurde von Schülern der Gesamtschule Schinkel selbst gebaut. Er bringt nicht nur Spaß, sondern trainiert auch kognitive Fähigkeiten. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Das Elektrotechnik-Unternehmen EBM hat zusammen mit Schülern der Osnabrücker Gesamtschule Schinkel einen neuen Automaten entwickelt. Während der letzten eineinhalb Jahre identifizierten sich die Schüler immer mehr mit dem gemeinsamen Projekt. Besonders einer der Beteiligten stach dabei heraus.

Blau, Gelb, Grün, Rot – und jetzt noch mal alles durcheinander. Sich die Abfolge verschiedener Farbe zu merken ist eine richtige Herausforderung. Der sogenannte „Buzzer“ ist eine Eigenentwicklung von Schülern der Gesamtschule Schinkel. Unterstützung bekamen sie dabei von Mitarbeitern des regionalen Unternehmens EBM.

Der „Buzzer“ ist so etwas wie der neue Magnet für die unterrichtsfreie Zeit. Er bringt aber nicht nur Spaß, mit ihm werden außerdem auf spielerische Art die kognitiven Fähigkeiten der Schüler trainiert. Auch ganze Klassen können im Multiplayer-Modus in Teams gegeneinander antreten.

Der Elektrotechnik-Spezialist EBM ist in an vielen Baustellen in Osnabrück für die Technik mitverantwortlich, unter anderem bei dem kürzlich eingeweihten L&T-Sporthaus oder dem geplanten Rechenzentrum der Universität.

Die gute Zusammenarbeit von EBM und der Gesamtschule besteht schon länger. Nach demselben Rezept wie jetzt mit dem „Buzzer“-Projekt wurde vor ein paar Jahren ein mit Solarzellen betriebenes Elektrofahrzeug gebaut.

Chancen für beide Seiten

Als sich Jutta Hilgers, Fachbereichsleiterin für Arbeit-Wirtschaft-Technik an der Gesamtschule, und die EBM-Personalleiterin Gabriele Brümmer kennenlernten, setzten sie sich das Ziel, Projekte zu kreieren, die voller Chancen für beide Seiten sind. Brümmer zeigt sich auch bei dem aktuellen Projekt wieder tief beeindruckt von der hohen Einsatzbereitschaft der baldigen Absolventen der zehnten Klasse: „Sie haben sogar Wochen vor der Eröffnung die richtige Höhe des Bildschirms akribisch ausgemessen, sodass jetzt alles perfekt sitzt. Dieser Elan ist erfrischend.“ Auch Jutta Hilgers sieht in solch einer praxisorientierten Projektarbeit eine gute Ergänzung zum gängigen Praktikumsmodell.

Der Geschäftsführer von EBM in Osnabrück, Peter Forkert, betonte den akuten Mangel an Fachkräften in deutschen Ausbildungsbetrieben und speziell dem Handwerk. Um dem entgegenzuwirken, braucht es kreative Konzepte und „Graswurzel“-Aktionen. „Für uns ist dies eine großartige Sache, weil wir hiermit junge Menschen für die Elektrotechnik und eine handwerkliche Ausbildung gewinnen können“, so Forkert. Die Digitalisierung ist laut Forkert eine wichtige sozio-ökonomische Säule des 21. Jahrhunderts. Gerade deshalb bräuchten junge Menschen dringend Know-how im digitalen Bereich.

Der Spielautomat „Buzzer“ wurde von Schülern der Gesamtschule Schinkel selbst gebaut. Er bringt nicht nur Spaß, sondern trainiert auch kognitive Fähigkeiten. Foto: Hermann Pentermann

Im vorgestellten „Buzzer“ arbeitet ein SPS-System. Solch ein System ist in der Industrie weit verbreitet und auch für die im Trend liegende Smart-Home-Technik unverzichtbar. Einer der Schüler kam damit besonders gut zurecht und wird nach dem bevorstehenden Schulabschluss bei EBM eine Ausbildung beginnen. Unterdessen soll die erfolgreiche Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Gesamtschule Schinkel fortgesetzt werden.


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