Vertreterversammlung Volksbank Osnabrück behauptet sich in der Null-Zins-Welt

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Osnabrück. Mit Geld in der Null-Zins-Welt arbeiten: Vor diesem Kunststück stehen seit Jahren Banken und ihre Kunden. Deutlich wurde das erneut auf der Vertreterversammlung der Volksbank Osnabrück. In der Osnabrück-Halle stellte das Geldinstitut seine Jahresbilanz für 2017 vor.

Noch immer ist wegen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu viel Geld im Finanzsektor, sagte Volksbankvorstand Beate Jakobs. Für ihr Haus bedeutet das, dass alle bei der EZB geparkten Gelder mit Zinsen von minus 0,4 Prozent belegt werden: Man zahlt also noch drauf.

Bemerkbar mache sich die Geldpolitik im Euroraum auch durch hohe Zuflüsse bei den Sichteinlagen und Tagesgeldkonten. Die Einlagen stiegen gegenüber dem Vorjahr von 563 auf 573 Millionen Euro. „Kunden nehmen bewusst oder unbewusst in Kauf, dass sie einen realen Wertverlust erleiden“, konstatierte Jakobs.

Die Volksbank habe auf diese Tendenz mit einer sogenannten Wertveredlungsstrategie reagiert. „Wir haben versucht, mit unseren Kunden Vermögensstrukturierungen vorzunehmen, sie auf rentablere Anlagemöglichkeiten hinzuweisen, die ihrem persönlichen Risikoprofil entsprechen.“

Als erfreulich bezeichnete Jakobs die Entwicklung der Anlagen in Wertpapieren und Investmentfonds: Sie erhöhte sich um mehr als elf Prozent auf 249 Millionen Euro.

Eine leichte Steigerung verzeichnete die Volksbank im Kreditgeschäft. Hier vergab das Institut 523 Millionen Euro, 2,1 Prozent mehr als zuvor. Aber: Die anhaltend gute Konjunktur erschwert der Bank den Abschluss von neuen Firmenkrediten. Eine hohe Liquidität und Eigenkapitalversorgung der Firmenkunden beschränke die Nachfrage nach Unternehmenskrediten: „Viele Investitionen werden aus eigenen Mitteln gestellt“, stellte Jakobs fest. So blieben die neu abgeschlossenen Darlehen mit 59 Millionen Euro gut drei Millionen Euro unter dem Ergebnis von 2016.

Stichwort Bauen: Gut 62 Millionen Euro und damit auf gleichbleibendem Niveau platzierte die Volksbank im Neugeschäft an Baufinanzierungen. Verglichen über einen bald 30-jährigen Zeitraum, sind die monatlichen Belastungen um beinahe zwei Drittel auf nun 370 Euro bei einem Finanzierungsvolumen von 100000 Euro gesunken. Dem stehen aber immens gestiegene Kauf- und Baupreise für Immobilien gegenüber, sagte Jakobs. „Wir stellen fest, dass es manchmal nicht möglich ist, die Nebenkosten aus Eigenkapital aufzubringen. Dann entstehen tendenziell wiederum höhere monatliche Belastungen.“

Der Bilanzgewinn konnte mit 1,5 Millionen Euro abgeschlossen werden, auch hier blieb man in etwa auf Vorjahresniveau.

Von den 48000 Kunden der Volksbank haben 28000 von ihnen Genossenschaftsanteile gezeichnet. Wie im Vorjahr wurde eine sechsprozentige Dividende ausgezahlt, was rund 22,50 Euro pro Anteil ergab. Für die 14 Filialen von Ankum im Norden bis Bad Iburg im Süden wurde auf der Vertreterversammlung eine Bestandsgarantie bis 2019 ausgesprochen. Im letzten Jahr arbeiteten 158 Angestellte bei der Volksbank.


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