Wiedersehen vor Gericht Streit am Güterbahnhof zwischen Lebensquelle und Nokta eskaliert

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Das Nokta am Güterbahnhof: Die Lebensquelle verweigert Geschäftsführer Sedat Müstak den Zugang zum Gebäude. Archivfoto: Michael GründelDas Nokta am Güterbahnhof: Die Lebensquelle verweigert Geschäftsführer Sedat Müstak den Zugang zum Gebäude. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Streit zwischen der Lebensquelle und dem Restaurant Nokta geht weiter. Die Freikirche lasse Nokta-Geschäftsführer Sedat Müstak nicht mehr auf das Grundstück, sagt er. Betrete er es doch, rufe die Lebensquelle die Polizei – wie zuletzt am Mittwoch. Müstaks Anwalt geht nun gegen alle Beteiligten der Gegenseite vor.

Im Kern geht es um Kellerräume im Nokta-Gebäude an der Hamburger Straße 22a, das am 15. Januar nach einer Brandstiftung abgebrannt war. Nokta-Inhaberin Natalia Bassauer und Geschäftsführer Müstak wollen ihre Sachen aus den Kellerräumen holen, die sie zum Aufbau eines Ablegers des Restaurants am Domhof benötigen. Doch das lasse die Lebensquelle ihrer Angabe zufolge nicht zu.

Das Landgericht Osnabrück hatte Nokta-Inhaberin Bassauer in einem Eilverfahren (einstweiligen Verfügungsverfahren) gegen die Lebensquelle recht gegeben. Der Verein hatte das Schloss zu drei Kellerräumen ausgetauscht und Bassauer keinen Schlüssel gegeben. Die Freikirche als Eigentümerin der Immobilie an der Hamburger Straße sagt, es gebe offene Forderungen, die sie sich so absichern wollte.

Das Landgericht urteilte nach dem gescheitertem Gütetermin, die Lebensquelle müsse Bassauer den Zugang zum Keller unverzüglich gewähren. 

Aufgrund eines Brandes ist das Restaurant Nokta immer noch geschlossen. Foto: Michael Gründel

Müstak: Lebensquelle verweigert Zutritt

„Nun haben wir den Schlüssel, können das Gerichtsurteil aber nicht umsetzen”, sagt Müstak. Er habe den Schlüssel am Mittwoch im Beisein mehrerer Zeugen getestet. Mitglieder der Lebensquelle hätten das bemerkt und umgehend die Polizei gerufen. Noch vor dem Eintreffen der Polizei sei er gegangen, berichtet er.

Auch die Autos von Nokta-Inhaberin Bassauer und ihm, die auf dem Grundstück der Lebensquelle am Nokta parken, soll ein Abschleppunternehmen abschleppen, hatte Müstak unserer Redaktion wenige Tage nach dem Richterspruch mitgeteilt und eine entsprechende eidesstattliche Versicherung des Abschleppunternehmens vorgelegt. 

Müstak will Zutritt erzwingen

Bassauer hatte der Lebensquelle zuvor Hausverbot erteilt, die Lebensquelle Anfang Juni wiederum Müstak. 

Sein Anwalt Ismail Cengiz aus Bremen will nun mit Eilverfahren gegen die Lebensquelle, die Arche International Holding GmbH mit Sitz in Neuenkirchen-Vörden und die 3G Group als Eigentümergesellschaft des Güterbahnhofs mit Sitz im brandenburgischen Zossen vorgehen. Die Arche fungiert inzwischen als Vermieter des Nokta und der betreffenden Kellerräume. 

Sedat Müstak, Betreiber des Nokta. Foto: Michael Gründel

Die benötigten Gegenstände würden weiterhin im Keller lagern, sagt Müstak. Er komme nicht an sie heran – trotz eines von Bassauer erreichten und bezahlten Wegerechts zugunsten der Lebensquelle. Die Kosten für das nun im Grundbuch vermerkte Überwegerecht hatten die beiden übernommen. Es sind die wenigen Meter auf das Nokta-Gebäude zu.

Die drei angestrebten Verfügungsverfahren (Eilverfahren):

  1. Gegen die 3G Group (ehemals Zion GmbH): Bassauer hatte von dieser auf deren Nachbargrundstück Parkplätze angemietet. Diese habe den Mietvertrag gekündigt und lasse nun abschleppen. „Das ist reine Schikane, rechtlich nicht zulässig und Selbstjustiz”, sagt Rechtsanwalt Cengiz. Die 3G Group hingegen schrieb im April, die Mieten für den Parkplatz für Februar und März seien nicht bezahlt worden.
  2. Gegen die Lebensquelle e.V.: Die einstweilige Verfügung gegen die Lebensquelle will Cengiz durchsetzen, weil die Freikirche gegenüber Müstak ein Hausverbot ausgesprochen hatte, das auch für das Grundstück gelte. Nun komme er nicht mehr an das Gebäude und die Kellerräume heran. „Nur Frau Bassauer darf alles rausschleppen”, sagt Cengiz.
    Dabei könne die Lebensquelle Müstak gar kein Hausverbot erteilen, sagt er. Mit der Vermietung sei das Hausrecht an Bassauer übergegangen. Nur sie könne Hausverbote erteilen. „Auch Müstak hat das Recht, zum Gebäude zu kommen”, sagt sein Anwalt Cengiz. Bassauer könne jeden an und ins Gebäude lassen – und auch davon wegschicken.
    Der Anwalt der Lebensquelle hingegen argumentiert, Müstak sei kein Mieter irgendeines Objektes an der Hamburger Straße und habe somit kein Recht zum Betreten. 
  3. Gegen die Arche: Auch gegen die Arche will Anwalt Cengiz vorgehen. Die Arche gewähre Bassauer keinen Zugang zu weiteren Kellerräumen, die sie bereits gekündigt hatte. Darin bewahrt sie aber noch Eigentum auf.
    Am Donnerstag ab 9 Uhr hätte sie unter Beaufsichtigung in den Keller gedurft, um ihn zu leeren. Dafür, so Cengiz, werde ihr Auto nicht abgeschleppt – das habe man ihr mündlich versichert. Müstak zufolge habe die Erlaubnis nur für zwei Stunden gegolten – viel zu wenig, um den 160 Quadratmeter großen Keller zu leeren, sagt er. „Ich habe das erst gar nicht probiert.”


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