Konzert „West-östliche Höhenflüge“ Morgenland Festival: Die Trompete verbindet

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Auf Distanz sind die Trompeter Nezar Omran (links) und Ingolf Burkhardt nur fürs Foto. Ihre „West-östlichen Höhenflüge“ könnten ein Höhepunkt des diesjährigen Morgenland Festivals werden. Foto: Michael GründelAuf Distanz sind die Trompeter Nezar Omran (links) und Ingolf Burkhardt nur fürs Foto. Ihre „West-östlichen Höhenflüge“ könnten ein Höhepunkt des diesjährigen Morgenland Festivals werden. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Trompeter Nezar Omran aus Damaskus und sein Kollege Ingolf Burkhardt aus Hamburg haben zum ersten Mal in der Elbphilharmonie zusammen gespielt. Beim Morgenland Festival intensivieren sie ihre musikalische Zusammenarbeit.

Nezar Omran und Ingolf Burkhardt umarmen sich wie alte Freunde. Dabei ist die Freundschaft noch recht jung: Kennengelernt haben sie sich letztes Jahr beim Festival „Salam Syria“ in der Elbphilharmonie. Jetzt treffen sie sich in Osnabrück wieder für einen musikalischen Austausch: Orientalische Maqamat treffen auf europäischen Jazz. Oder wie es im Programm des Morgenland Festivals heißt: „West-östliche Höhenflüge“. Weiterlesen: Die Eröffnung des Morgenland Festivals

Das Klischee von der Schlange

Mit einem Kaffee auf dem Osnabrücker Marktplatz begehen sie ihr Wiedersehen. Was sie sich dabei erzählen, widerlegt die Mär von der universellen Sprache der Musik: Burkhardt spielt in der NDR Big Band, sicher einer der innovativsten, vielfältigsten und besten Big Bands, die man derzeit auf einem Konzertpodium erleben kann. Omran lebt in Damaskus, unterrichtet dort am Konservatorium und spielt im Symphonieorchester arabische Musik. Während Burkhardt, wie viele Jazzer, vom Blasorchester zum Jazz gekommen ist, ist Omran mit der Musik und der musikalischen Philosophie des Orients aufgewachsen. Beim Kaffee unterhalten sie sich auf englisch; musikalisch sprechen die beiden Trompeter ziemlich unterschiedliche Sprachen. Genau darin liegt allerdings der Reiz des Projekts. „Wir führen einen Dialog zwischen zwei Kulturen, zwischen Maqam und Jazz“, sagt Burkhardt. Weiterlesen: „Salam Syria“ in der Elbphilharmonie

Für diesen Dialog hat Omran drei Stücke komponiert, „auf orientalische Art“, sagt er. „Für mich bedeutet es eine Herausforderung, das zu spielen“, sagt Burkhardt. „Wir orientieren uns häufig an Akkordfolgen“, sagt er weiter. Die orientalische Musik fließt hingegen frei von harmonischen Gerüsten. Um das zu demonstrieren, singt Omran einen langen Ton - „es spielt keine Rolle, wie lange dieser Ton klingt“, sagt er dazu. Dann lässt er daraus eine exotische Tongirlande erwachsen, „wie eine Schlange“, sagt er, formt die improvisierte Melodie mit den Armen nach und lacht: Mithilfe eines Klischees erklärt er das Wesen der arabischen Musik. Weiterlesen: Wu Wei und Salman Gambarov im Duo

Am Klavier: Florian Weber

Burkhardt lacht mit und sagt: „Mein Part ist der Jazz“ – klar, das ist seine Sprache. Eine Sprache, die von der permantenten Erweiterung des Wortschatzes lebt; deshalb weiß Burkhardt, dass er von der musikalischen Begegnung profitieren wird. Zumal der Dialog nicht im Duett, sondern im Quartett geführt wird: Pianist Florian Weber bringt ein weiteres europäisches Element ein; der kurdische Perkussionist Hogir Göregen sorgt fürs rhythmische Rückgrat – ein west-östliches Kräfteviereck, könnte man sagen.


Morgenland Festival: West-östliche Höhenflüge. Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr in der Lagerhalle und Freitag, 22. Juni, 19 Uhr auf der Landesgartenschau in Bad Iburg. Tickets: www.morgenland-festival.com

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