„Spieltriebe“-Regisseure (7) Carsten Golbeck über „Club d‘Europe“

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„Spieltriebe“-Regisseur Carsten Golbeck. Foto: Theater Osnabrück„Spieltriebe“-Regisseur Carsten Golbeck. Foto: Theater Osnabrück

Osnabrück. Carsten Golbeck inszeniert mit der „Spieltriebe“-Uraufführung des Live-Hörspiels „Club d’Europe“ das erste Mal am Theater Osnabrück. Das Thema des diesjährigen dreitägigen Festivals lautet „Total real“. Wir fragten Carsten Golbeck, welcher Spielart von Realität er mit seiner Lesart von „Club d’Europe“ nahe kommt. Und stellen ihn und seine bisherige Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Theater vor.

Carsten Golbeck sagt über seine Inszenierung „Club d’Europe“. „Ich würde die Realität nicht unbedingt als ein Spiel bezeichnen, dennoch sind wir Menschen mit etwas ausgestattet, das uns dazu ermächtigt, sie (mitunter spielend) zu erschaffen. Und damit spielt auch der Club d’Europe. Europa ist für mich eine Behauptung, die Realität wurde - und die gerade durch den wachsenden Vertrauensverlust wieder Gefahr läuft, Behauptung zu werden. Ist sie also real oder nicht? Meine Inszenierung spielt mit einer in die Realität behaupteten Idee, die droht, zu einem realen Spielball inszeniert zu werden. Das ist hoffentlich jetzt eine klare Antwort...“

Carsten Golbeck nahm Gesangs- und Schauspielunterricht in Paris und Berlin. Er besuchte Drehbuch- und Schreibseminare in Berlin, München und Avignon. In den 1990er Jahren machte er sich als Chansonnier und Liedtexter auf deutschsprachigen und französischen Bühnen einen Namen. Parallel hierzu folgten Engagements als Sänger, Schauspieler und Texter. Zwischen 2002 und 2010 war er Dramaturg am Münchner Volkstheater, für das er auch diverse Bühnenformate entwickelte. So konzipierte und co-moderierte er zusammen mit dem BR-Moderator Christoph Süß die BR Fernseh-Reihe „SüßStoff“. Neben diversen Show-Formaten sind es besonders die Live-Hörspiele, die er seit 2008 regelmäßig schreibt und auf die Bühne bringt. 2007/2008 war er Gastdozent für angewandte Dramaturgie an der Theaterakademie August Everding in München. Seit 2011 lebt und arbeitet er als freier Autor in Berlin für diverse Theater, u.a. Theater Osnabrück, dem Badischen Staatstheater, Karlsruhe, Maxim Gorki Theater, Berlin. Im September hat zudem sein Monolog „Oben bleiben!“ (D: Gerit Kling, R: Katja Wolff) in den Hamburger Kammerspielen Premiere.


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