„Spieltriebe“-Regisseure (4) Nick Hartnagel über „Die Kunden werden unruhig“

„Spieltriebe“-Regisseur Nick Hartnagel. Foto: Theater Osnabrück„Spieltriebe“-Regisseur Nick Hartnagel. Foto: Theater Osnabrück

Osnabrück. Nick Hartnagel inszeniert mit der „Spieltriebe“-Uraufführung von „Die Kunden werden unruhig“ aus der Feder vom in Osnabrück gut bekannten Dramatiker Johannes Schrettle selbst das erste Mal am Theater Osnabrück. Das Thema des diesjährigen dreitägigen Festivals lautet „Total real“. Wir fragten Nick Hartnagel, welcher Spielart von Realität er mit seiner Lesart von „Die Kunden werden unruhig“ nahe kommt. Und stellen ihn und seine bisherige Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Theater vor.

Nick Hartnagel sagt über seine Ur- Inszenierung von „Die Kunden werden unruhig“: „Das Besondere bei „Die Kunden werden unruhig“ ist, dass sich die fiktive Geschichte immer wieder mit der realen Theatersituation vermischt. So kann sich der Zuschauer nie sicher sein, ob es gerade um ein Bankunternehmen geht oder um die laufende Theaterveranstaltung. Ist das Coaching, das abgehalten wird, für die Belegschaft einer mittelständischen Bank oder für das Publikum eines Stadttheaters? Geht es beim Aufspüren von Schläfern um Kunden mit verwaistem Konto oder um den Zuschauer, der aus Langeweile in der letzten Reihe döst?

Nick Hartnagel, geboren 1987 in Stuttgart, absolvierte sein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Am bat-Studiotheater entstanden zahlreiche Inszenierungen - u. a. die Uraufführung von „Weißbrotmusik“ (Marianna Salzmann), welche im März 2012 vom Theater Strahl übernommen wurde, dort mit dem Berliner Jugendtheaterpreis Ikarus ausgezeichnet und außerdem zum Festival Augenblick mal! 2013 in Berlin eingeladen wurde. Im Dezember 2011 folgte dann „Michael Kohlhaas“ nach Kleist und im September 2012 „Woyzeck“ nach Büchner, welches beim Hamburger Kaltstart-Festival gastierte. Er inszenierte für das Maxim-Gorki-Theater im Oktober 2009 eine szenische Lesung von Juliane Kanns „Fieber“ im Rahmen des Projektes „Leben im Umbruch“ und für das Neue Theater Halle entwickelte er im November 2010 einen Beitrag zum Projekt „Monster, Mythen, Mutationen“ mit dem Titel „17-Jährige erwartet Kind von Obdachlosem - Der unaufhaltsame Aufstieg des Kevin Soest“. Seine Diplominszenierung „Fabian“ nach Erich Kästner entstand im Mai 2013 am Staatsschauspiel Hannover.


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