Zusätzlicher Feiertag in Niedersachsen Was bedeutet der neue Feiertag für Einzelhandel und Tourismus?

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Ausflüge an die Nordseeküste, an beliebte Badeseen oder in den Harz, dass erhofft sich der Niedersächsische Tourismusverband von dem neuen Feiertag am 31. Oktober. Foto. dpaAusflüge an die Nordseeküste, an beliebte Badeseen oder in den Harz, dass erhofft sich der Niedersächsische Tourismusverband von dem neuen Feiertag am 31. Oktober. Foto. dpa

Osnabrück/Hannover. Niedersachsen bekommt bereits 2018 einen zusätzlichen Feiertag, das hat der Landtag am Dienstag mit klarer Mehrheit beschlossen. Am Reformationstag, der alljährlich am 31. Oktober gefeiert wird, dürfen sich Arbeitnehmer und Schüler nun über einen weiteren freien Tag freuen. Doch welche Auswirkungen hat die Entscheidung für den Einzelhandel und den Tourismus?

Es ist ein alljährlich wiederkehrendes Phänomen - an Fronleichnam und Allerheiligen strömen Tausende Besucher aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen nach Osnabrück und ins Umland, sorgen für lange Schlangen in den Geschäften, für überfüllte Parkhäuser und prall gefüllte Kassen. Während sich Einzelhändler in der Hasestadt über den Zuspruch an den Westfalentagen freuen, wünschen sich auch Gewerbetreibende im benachbarten Westfalen weitere Feiertage in Niedersachsen. (Weiterlesen: Beschlossen – Der 31. Oktober ist neuer Feiertag in Niedersachsen)

Das sagt der Einzelhandelsverband: „Natürlich schaut hier der ein oder andere, an Tagen wie Allerheiligen oder Fronleichnam, neidisch nach Osnabrück und Niedersachsen. Aus Sicht des Handels begrüßen wir einen weiteren Feiertag in Niedersachsen", sagt Karin Eksen vom Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland. Gäste aus dem benachbarten Niedersachsen seien an diesen Tagen besonders willkommen und gern gesehene Besucher, so die Geschäftsführerin für den Bereich Münster. 

Das sagen Tourismus- und Gaststättenverband: Der Tourismusverband Niedersachsen rechnet ebenfalls mit einer positiven Resonanz durch den neuen Feiertag, auch wenn man den 1. November oder Fronleichnam als Feiertage bevorzugt hätte. "Wir begrüßen die Entscheidung aus touristischer Sicht sehr", so Geschäftsführerin Sonja Janßen. "Natürlich bietet sich der zusätzliche Feiertag auch als Brückentag für ein verlängertes Wochenende oder einen Ausflug an die Nordsee, in den Harz oder ins Weserbergland an." (Weiterlesen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Feiertag in Niedersachsen)

Während sich die typischen Urlaubsregionen von der Nordsee bis zum Harz also auf weitere Besucher am 31. Oktober freuen dürfen, seien die Auswirkungen für Städte wie Osnabrück und Hannover, die insbesondere von Geschäftsreisenden abhängig seien, durchaus kritischer zu betrachten, wie Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer beim Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen betonte. "Es gibt Städte und Regionen, in denen ist ein zusätzlicher Feiertag eher problematisch, gerade weil der 31. Oktober in diesem Jahr mitten in der Woche liegt und dadurch, sozusagen, für eine tote Woche sorgt." Für alle Urlaubsreisenden hat der Hannoveraner dennoch einen Tipp: rechtzeitig buchen, denn auch der Oktober sei immer noch Reisezeit.



Das sagen Einzelhändler aus der Region: Für Einzelhändler und Geschäftstreibende, die ihre Einnahmen an der nordrhein-westfälischen Landesgrenze generieren, sei ein weiterer Feiertag in Niedersachsen hingegen längst überfällig, wie Mentor Krasniqi betont, der in Büren – nur wenige Meter hinter der niedersächsischen Grenze – einen Lebensmittelladen betreibt. "Wenn du genau an der Grenze bist und du deinen Laden zu machen musst, gehen die Leute woanders hin. Für uns hätte es nur Vorteile, wenn es einen weiteren Feiertag geben würde. Gleiches Recht für alle", so Krasniqi.

So ähnlich sieht auch Christoph Lanvers vom Bünder Modehaus die Entwicklung in Niedersachsen. "Wir würden uns natürlich sehr über einen weiteren Feiertag freuen, gerade weil Niedersachsen zwei Westfalentage hat und diese im Einzelhandel sehr gut angenommen werden", so Lanvers, der mit seinem Modehaus nur wenige Kilometer von der niedersächsischen Grenze im Raum Melle entfernt ist. "Für uns in der Modebranche ist der Oktober außerdem eine sehr attraktive Zeit, weshalb wir uns über einen Niedersachsentag sehr freuen würden." (Weiterlesen: Immer wieder wird Bruchmühlen an Fronleichnam geteilt)

Das sagen Spediteure und Logistiker: Während Einzelhändler und Geschäftstreibende in Nordrhein-Westfalen die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung somit durchaus positiv aufgenommen haben, stellen gesetzliche Feiertage für Spediteure eine besondere Situation dar, da sie generelle Fahrverbote auf deutschen Autobahnen nach sich ziehen. "Gerade im Zusammenhang mit dem Feiertag in NRW an Allerheiligen bedeutet der zusätzliche Feiertag in Niedersachsen erhebliche Anstrengungen. Spediteuren fehlen gleich zwei Tage und die Fahrer müssen in den verbliebenen drei Tagen das erledigen, was sie sonst an fünf Tagen erledigt haben", sagt Uwe Garbe von der Fachvereinigung Spedition und Logistik in Niedersachsen.

Dies ziehe große Belastungen für Unternehmen und Angestellte nach sich, so Garbe weiter. Er rechnet mit überfüllten Raststätten und Schwierigkeiten im Transitverkehr. Garbe fordert deshalb Sonderregelungen, um Fahrern eine Durchreise zu ermöglichen, damit sie nicht mehrere Tage ohne Weiterfahrt an einem Ort verharren müssen.


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