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Die beste Medizin und Pflege für die Kleinen Schlüsselübergabe am Christlichen Kinderhospital Osnabrück

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Osnabrück. Die Band spielte Grönemeyers Lied „Kinder an die Macht“, als die 300 Gäste ausschwärmen und das neue Christliche Kinderhospital erkunden durften. Auch wenn der Liedtext utopisch ist: Dass an dieser Stelle bald Kinder und Jugendliche die bestmögliche medizinische Versorgung und Pflege erhalten, ging aus allen Reden hervor.

Eigentlich sollte an diesem 8. April die Einweihung gefeiert werden. Nach einigen Verzögerungen, die unter anderem dem langen und harten Winter geschuldet sind, wurde gestern stattdessen der symbolische Schlüssel vom Architekten an die Bauherren übergeben. Der klinische Betrieb werde am 1. Juli starteten, kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Christian Sanders an.

Sanders ließ noch einmal die Geschichte des Hauses Revue passieren: von der erste Idee vor mehr als 20 Jahren, die Kinderabteilung des Kinderhospitals und die des Marienhospitals zusammenzuführen, um angesichts sinkender Geburtenzahlen gemeinsam leistungsfähiger und besser zu werden.

Ein Weg voller Stolpersteinen, erzählte Sanders. Als Beispiel nannte er unter anderem die unterschiedlichen Arbeitnehmerrechte im evangelischen Kinderhospital und im katholischen Marienhospital. Beide seien in Osnabrück zu ökumenischen Arbeitnehmerrechten zusammengefasst worden, was bundesweit Vorbild werden könnte.

Sanders nutzte die Anwesenheit der niedersächsischen Gesundheitsministerin Aygül Özkan zu einem leidenschaftlichen Appell gegen die geplante Zusammenlegung der Kinder- und der Erwachsenenkrankenpflege. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen und bedürften einer speziellen Pflege.

Die Landesregierung habe mit 29 Millionen Euro gerne den Großteil des Neubaus finanziert, versicherte Ministerin Özkan. Damit würden Doppelstrukturen abgebaut und zugleich Qualität und Leistung gesteigert. Oberbürgermeister Boris Pistorius lobte die besondere Kooperation. Das Haus sei ein städtebaulicher Gewinn.

„Wir wollen Spitzenmedizin anbieten“, sagte Dr. Burkhard Rodeck, der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und neuer Ärztlicher Direktor des Christlichen Kinderhospitals. Dr. Norbert Albers, Chefarzt des Kinderhospitals, kündigte an, dass im neuen Haus immer Fachkräfte für verschiedene Disziplinen weitergebildet würden. Nach Auskunft der Pflegedirektorin Hildegard Wewers gibt es in dem Haus „für jeden Patienten auch Platz für die Eltern“.

Architekt Marc Eggers wies auf die altersgerechte Ausstattung der Zimmer hin, ehe er den symbolischen Schlüssel (ellipsenförmig wie der Bau) an den Bauherren übergab. Bischof Franz-Josef Bode, der zuvor mit Landesbischof Ralf Meister in der Johanniskirche einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert hatte, segnete das gesamte Gebäude.

Für das zweitgrößte Kinderhospital Niedersachsens wurden 8684 Kubikmeter Beton verbaut und 985 Tonnen Stahl verarbeitet. Es hat 156 Betten, davon 35 auf der Intensivstation. Als Besonderheit gilt, dass im Perinatalzentrum Osnabrück zwei neonatologische Stationen betrieben werden – eine im Christlichen Kinderhospital und eine am städtischen Klinikum Osnabrück, beide zur besten Versorgung der jüngsten Patienten.

Der bekannte Standort Schölerberg bleibt mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalten. Das Zusammenwachsen beider Häuser hat bereits während der Planungs- und Bauphase weitere Früchte getragen: Aus der Belegschaft des Marienhospitals und der des Kinderhospitals ist die Band „Zacko“ entstanden, die die Feier musikalisch gestaltete.


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