Projekt „Mädchen ins Handwerk“ Schülerinnen bauen Spielkisten für Osnabrücker Montessori-Schule

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Chiara erklärt Jules, wie die Motorik-Spielkiste funktioniert. Foto: Thomas OsterfeldChiara erklärt Jules, wie die Motorik-Spielkiste funktioniert. Foto: Thomas Osterfeld

des Osnabrück . Im Rahmen des Jugendberufsschulprojektes „Mädchen ins Handwerk“ haben Schülerinnen der Schule an der Rolandsmauer Motorik-Spielkisten erstellt, die sie jetzt an die Viertklässler der Montessori-Schule übergaben.

Das Projekt richtet sich an Neuntklässlerinnen aus Osnabrücker Haupt- und Förderschulen und hat das Ziel, Mädchen aus dem traditionellen Rollendenken heraus- und an das Handwerk heranzuführen: „Wir möchten Vorurteile abbauen und den Mädchen zeigen, dass sie handwerklich die gleichen Voraussetzungen haben wie die Jungen“, sagt Frank Böttger, Schulleiter der Förderschule an der Rolandsmauer.

Ein Jahr lang lernten sechs Schülerinnen jeden Freitag Techniken der Holzbearbeitung kennen: Sägen, Fräsen, Bohren, Schleifen, Polieren und Färben. In den ersten Stunden wurde ihnen beigebracht, mit den Maschinen umzugehen: „Ich habe mich erst nicht getraut und hatte großen Respekt vor den Maschinen. Aber eigentlich ist es gar nicht schwer“, sagt Schülerin Chiara Müller.

Genau dies sei das Problem: „Die Mädchen trauen sich vieles nicht zu, obwohl sie gerade im Handwerk meist sicherer und präziser arbeiten“, sagt Böttger.

Nachdem die Mädchen mit den Grundlagen vertraut gemacht wurden, durften sie bauen, worauf sie Lust hatten. Dabei sind Stifthalter, Vogelhäuser, Schmuckkästen und vieles mehr entstanden. „Ich habe die Weihnachtsgeschenke für meine Eltern dieses Jahr selber gebaut. Das ist ziemlich praktisch“, sagt Chiara, die nach der Schule ein Praktikum in einer Tischlerei machen möchte.

Gemeinsam mit den Projektleitern Arnold Brinkmeyer, Jörg Bremer und Lehrerin Judith Koers realisierten die Mädchen abschließend ein größeres Projekt: „Nach vielen Vorschlägen haben wir uns für ein Puppenhaus für den heilpädagogischen Kindergarten und fünf Motorik-Spielkisten aus Holz für die Montessori-Schule entschieden“, sagt Bremer. Die Schülerinnen gingen bei der Herstellung sorgfältig vor: „Wir haben jedes einzelne Teil rund abgeschliffen, damit sich die Kinder nicht verletzen. Und wir haben Wachsfarbe zum Färben benutzt, die nicht giftig ist“, sagt Anna-Lena Stiebler.

Mit viel Begeisterung nahmen die Viertklässler der Montessori-Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung die Spielkisten entgegen. „Eine ganz tolle Idee. Die Spielkisten fördern nicht nur die motorischen und taktilen Fähigkeiten, sondern auch die visuelle Wahrnehmung der Kinder“, sagt Benno Schomaker, Schulleiter der Montessori-Schule. Auch die Schülerinnen sind zufrieden mit ihrer Arbeit: „Schön, dass wir den Kindern eine so große Freude bereiten konnten", sagt Anna-Lena.


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