Rock, Elektro und Hiphop Fairytale Festival 2018 begeistert mit neuem Konzept

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Osnabrück. Mit Musik gegen die Traurigkeit: Unter dem Motto „Contre la Tristesse“ hat das Fairytale Festival 2018 im Schlossinnenhof gut 2500 Besucher mit einem bunt gemischten Musikprogramm zwischen Rock, Indie, Elektro und Hiphop begeistert.

Das wechselhafte Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch: Während der am Abend aufziehenden Schauer verwandelte sich Schlossinnenhof von einer entspannten Sommerparty in einen ausgelassenen Regentanz. Premiere für das Fairytale: Bei seiner siebten Ausgabe folgt das Festival erstmalig einem Motto und einem klaren Konzept. „Contre la tristesse“ - Gegen die Traurigkeit. Teile der Festivaleinnahmen kommen dem Sozialfond Osnabrück zu Gute, der Studierende in finanziellen Notlagen unterstützt.

Plattform für Musikerinnen

Auffällig: Während man bei anderen Festivals den Anteil der Musikerinnen in der Regel an einer oder keiner Hand abzählen kann, ist das Verhältnis beim Fairytale Festival absolut ausgeglichen. „Wir haben dieses Jahr bewusst Wert darauf gelegt, Musikerinnen eine Plattform zu bieten“, erklärt Wiebke Glaw aus dem Orga-Team. Und so hat man hier das seltene Vergnügen, mit Badly Stuffed Animals, The Hunting Elephants, Gurr, Sookee und Kuenta i Tambu gleich fünf hochkarätige, von Frauen geführte Bands zu hören, die auf den zwei Festivalbühnen für musikalische Vielfalt und Qualität sorgen.

Nachdem die OCG Bigband das Festival traditionell eröffnet hat, überzeugen Badly Stuffed Animals aus Osnabrück am frühen Nachmittag mit druckvollem „Female Fronted Post-Punk-Grunge“ auf der Seitenbühne. Auf der Hauptbühne übernehmen derweil From Willows. Das Gewinner-Duo von Rock in der Region kommt mit donnerndem Post-Metal um die Ecke. Ihr Auftritt ist so energiegeladen, dass man fast automatisch eine fünfköpfige Band auf der Bühne erwartet, dabei sind es „nur“ zwei Jungs mit Gitarre und Schlagzeug.

Partystimmung mit Konfetti-Ska von Grenzwert

Als Kontrast gibt es auf der Seitenbühne Konfetti-Ska von Grenzwert. Kunterbunt verkleidet, bewaffnet mit Konfettikanonen, jeder Menge Schnaps und Rubbellosen fürs Publikum, sorgt die 7-köpfige Kapelle hier zum ersten Mal für echte Partystimmung auf dem Fairytale. The Hunting Elephants aus Böblingen setzen dagegen auf charmanten Indierock und bringen den Schlossinnenhof mit jeder Menge Energie zum Tanzen. Dank der ungewöhnlich markanten Stimme von Sängerin Melissa dürften die Melodien dem ein oder anderen auch noch über das Festival hinaus im Ohr bleiben.

„Gurrl“-Rock zwischen Surf, Punk und Pop

In den letzten heißen Sonnenstrahlen des Tages locken die von Kritikern gefeierten Gurr aus Berlin mit ihrem heute eher ungewöhnlichen „Gurrl“-Rock zwischen Surf, Punk und Pop für strahlende Gesichter auf dem mittlerweile gut gefüllten Gelände. Doch der Himmel verdunkelt sich langsam und mit Waving The Guns wartet anschließend das absolute Kontrastprogramm auf der Hauptbühne: Mit harten Beats und provokant zotigen Texten begeistern die Rostocker Hiphopper hier besonders das männliche Publikum. Wiederum das komplette Gegenteil ist bei Sookee zu beobachten: Die feministische Rapperin, die das Motto „ProHomo“ proklamiert und gerne mit unrasierten Beinen kokettiert, lässt die weibliche Publikumsfraktion in den ersten Reihen mit messerscharfen Reimen ausrasten.

Regentanz zum Auftritt von Kuenta i Tambu

Pünktlich zum Auftritt von Kuenta i Tambu setzt der Regen ein. Während sich ein Teil der Besucher ins Trockene oder nach Hause flüchtet, tanzt die fünfköpfige Band aus Amsterdam das Publikum vor der Bühne mit einer Explosion aus karibischen Beats und Bässen in Ekstase. Man könnte meinen, sie seien der heimliche Headliner des Abends. Egotronic können mit ihrem antipatriotischen Elektropunk aufgrund technischer Probleme erst verspätet starten und so „raven“ mit ihnen „gegen Deutschland“ am Ende, auch aufgrund des zunächst anhaltenden Regens, einige Besucher weniger in die Nacht, als ihre Bekanntheit es hätte erwarten lassen.


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