Bedarf nimmt auch auf dem Land zu Mangel an Krippenplätzen im Landkreis Osnabrück

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Obwohl viele Krippen und Kitas gebaut werden, haben die Kommunen Probleme den immer größeren Bedarf zu decken. Während aktuell 45 Prozent der Ein- bis Zweijährigen einen Betreuungsplatz haben, steigt der Bedarf zum kommenden Kita-Jahr um 8,5 Prozent an. Wegen der Beitragsfreiheit werden auch weitere Kitaplätze benötigt. Symbolfoto: dpaObwohl viele Krippen und Kitas gebaut werden, haben die Kommunen Probleme den immer größeren Bedarf zu decken. Während aktuell 45 Prozent der Ein- bis Zweijährigen einen Betreuungsplatz haben, steigt der Bedarf zum kommenden Kita-Jahr um 8,5 Prozent an. Wegen der Beitragsfreiheit werden auch weitere Kitaplätze benötigt. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Obwohl im gesamten Landkreis Krippen und Kitas gebaut werden, haben die Kommunen Probleme den immer größeren Bedarf zu decken. Während aktuell 45 Prozent der Ein- bis Zweijährigen einen Betreuungsplatz haben, steigt der Bedarf zum kommenden Kita-Jahr um 8,5 Prozent an.

Das sagte der beim Landkreis für die Kindertagesstätten-Planung zuständige Abteilungsleiter, Andreas Merse, der im Familienausschuss jetzt einen Bericht zur Förderung von Kindern in Krippen, Kitas und in der Kindertagespflege vorgestellt hat. „Aufgrund der guten Beschäftigungslage wollen viele Frauen auch auch in ländlicheren Regionen in den Job zurückkehren“, begründet Merse den Nachfrageschub. Auch die steigenden Geburtenzahlen tragen zu der Entwicklung bei. Die Zahl habe kreisweit in fünf Jahren um 500 auf rund 3300 Geburten im vergangenen Jahr zugenommen. Die durchschnittliche Bedarfsquote liege bei unter Dreijährigen zwar nur bei 37 Prozent, was bei 10116 Kindern rund 3776 benötigten Plätzen im kommenden Kindergartenjahr entspreche. „Diese Quote ist aber nur deshalb relativ gering, weil darin auch die unter Einjährigen berücksichtigt sind, die nur in wenigen Fällen bereits in der Krippe betreut werden.“ Der Bedarf für die Ein- bis Zweijährigen sei mit 53,5 Prozent auch deshalb so hoch, weil es laut Merse mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert ist, Kinder in Tageseinrichtungen betreuen zu lassen. Diese würden immer stärker auch als Bildungseinrichtungen wahrgenommen.

Betreuung im Container

Die kreisangehörigen Städte und Gemeinden stünden vor großen Herausforderungen. Der Experte für die Kita-Planung weiß: „Bislang hat es wegen des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz noch keine Klage im Landkreis gegeben, aber Kommunen mussten bereits Container oder Gruppenräume in Kirchengemeinden in Anspruch nehmen oder auf die Tagespflege ausweichen.“ Dieser Trend werde sich auch im kommenden Kindergartenjahr fortsetzen, da der Platzmangel sich weiter zuspitzen werde. Die Bedarfsquote ist dem Kita-Bericht zufolge jedoch je nach Kommune unterschiedlich. In Städten und Gemeinden im Osnabrücker Umland oder etwa in der Stadt Melle sei der Bedarfe überdurchschnittlich hoch, während er in ländlicheren Gegenden teilweise noch unter 37 Prozent liege.

Auch der Bedarf an Kitaplätzen für Drei- bis Fünfjährige steigt

Auf Anfrage unserer Redaktion erläuterte Merse, dass der Bedarf auch bei den Kitaplätzen der Drei- bis Fünfjährigen ansteigt. Die ab August beitragsfreie Kita wird diesen Trend noch verschärfen: „Durch die Beitragsfreiheit wird sich der Bedarf von aktuell 87 Prozent bei den Dreijährigen in Richtung 95 Prozent bewegen“, prognostiziert der Planer. Bei den Vierjährigen würden auch aktuell schon rund 95 Prozent einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen. „Allerdings ist durch die Beitragsfreiheit eine Ausdehnung der Betreuungszeiten zu erwarten, da das Land ab August den Elternbeitrag für eine bis zu achtstündige Betreuung übernehmen wird.“ Somit sei zu erwarten, dass im neuen Kindergartenjahr mehr Eltern die kostenlosen längeren Betreuungszeiten in Anspruch nehmen. Merse empfiehlt den Kommunen die aufgrund der Beitragsfreiheit veränderten Bedarfe möglichst zeitnah zu erfassen, um entsprechend darauf reagieren zu können.

( Weiterlesen: Beitragsfreie Kitas: Städte und Gemeinden werden klagen)

Erziehermangel: Land muss Rahmenbedingungen verbessern

Neben den somit auch künftig benötigten neuen Krippen - allein Wallenhorst wird bis zum Jahr 2020 zusätzlich 90 Krippenplätze schaffen - und Kitas sei ein weiteres, möglicherweise noch größeres Problem der Fachkräftemangel. Die schwarz-rote Landesregierung sei gefragt, die Rahmenbedingungen für Erzieher zu verbessern. Neben flexibleren Ausbildungen und Teilzeitausbildungen sei auch ein Ausbau der Ausbildungskapazitäten erforderlich.


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