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Spannende Melange Michael van Merwyk mit Band Bluesoul im Osnabrücker Blue Note

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Osnabrück. „Can white man sing the blues?“ Eine viel gestellte Frage, die sich nur schwer beantworten lässt. Sicher ist allerdings, dass in Zeiten der Erneuerung des 12-Takt-Geschäfts immer mehr Weiße den Blues mit großem Authentizitätsfaktor spielen.

Wie Michael van Merwyk. Der Zwei-Meter-Mann aus Rheda-Wiedenbrück hat eine mächtige Stimme, die mit der richtigen Portion Gefühl und Rauheit ausgestattet ist. Außerdem spielt er eine flotte Gitarre, die erfrischend oft aus den eingefahrenen Blues-Klischees ausbricht.

Begleitet von seiner Band Bluesoul, trat Michael van Merwyk jetzt im Blue Note auf und zeigte, dass man Blues, Funk, Rock ’n’ Roll und sogar Country zu einer spannenden Melange mixen kann.

Das „lustige Lied“ entpuppt sich als waschechter Country-Song. Als lustig wurde es von Henry bezeichnet, dem Sohn von Olli Gee, der als Bassist in der Band agiert – wodurch das Konzert zu einer Art Heimspiel wird.

Olli Gee stammt aus Osnabrück, war jahrelang in der hiesigen Blues Company tätig und Mitglied in Gregor Hildens Bluesnight Band. Jetzt hat er mit Michael van Merwyk, dem Gitarristen Jochen „Skinny Joe“ Bens und dem Drummer Bernhard Weichinger Bluesoul gegründet.

Leider ist der Schlagzeuger an diesem Abend verhindert, doch Oliver Spanuth macht als Vertretung eine gute Figur an den Trommeln.

Recht unterhaltsam ist es im Blue Note, denn Merwyk garniert seine Songs mit witzigen Ansagen und scheut vor diversen Überraschungen nicht zurück.

So kündigt er einen „Schlager aus seiner Jugend“ an und interpretiert den Depeche Mode-Song „Personal Jesus“ nicht in Country-Manier, wie es Johnny Cash kurz vor seinem Tod praktizierte, sondern in einer rockenden Blues-Version, die dem Song ebenfalls recht gut steht.

Ansonsten präsentierte Michael van Merwyk eigene Kompositionen von seinem brandneuen Album „New Road“. Da bekommen die Zuschauer Lieder wie „Lucky As Hell“ zu hören, die aufgrund ihres flirrenden Hi-Life-Charakters im fernen Afrika entstanden sein könnten. Bisweilen treibt Boogie voran, und Rock ’n’ Roll dräut aus allen Poren, wenn Gitarrist Skinny Joe oder Merwyk selbst mit flinken Fingern die Saiten zum Vibrieren bringen.

Da wechselt man schon mal zur Resonator-Gitarre, zur jaulenden Pedal-Steel oder gar zum selbst gebastelten, einsaitigen Diddley Bow, um den Songs Charakter zu verleihen.

Und natürlich kommt auch der Urblues nicht zu kurz. Als Einstieg in das Osnabrücker Konzert fungiert ein wunderschöner Slow-Blues, der eigentlich viel Chicago und Mississippi verspricht.

Doch dann entwickelt sich der Abend zu einer abwechslungsreichen Reise durch den Blues mitsamt seinen Seitenregionen.

Der Spaß, den die Musiker der Band Bluesoul auf der Bühne haben, überträgt sich ziemlich schnell auf das Publikum. Es lässt sich im Blue Note gern zum „Fingerschnipporchester“ oder zum einfühlsamen Chor umfunktionieren.


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