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Hülsmann ist ein stacheliger Name: Der Ilex wurde gern als Heckenpflanze kultiviert

Der richtige Umgang mit Stechpalmen führte bei den Hülsmännern zu ihrem Namen.Der richtige Umgang mit Stechpalmen führte bei den Hülsmännern zu ihrem Namen.

Unser Leser Franz-Josef Hülsmann aus Osnabrück vermutet, dass seine Vorfahren Hülsmänner genannt wurden, weil sie Hecken aus Stechpalmen, auch Hülse genannt, geschickt als Weidezäune einsetzten. Der mit etwa 7800 Namensträgern häufige Nachname Hülsmann geht in der Tat auf die Stechpalme zurück.

Die Europäische Stechpalme (botanisch Ilex aquifolium) wird je nach Region mit unterschiedlichen Namen bezeichnet, so etwa als Stecheiche, Stechbaum, Walddistel, Mäusedorn, Holzkrabbe, Hülder, Hölz, Hilse, in Nordwestdeutschland zumeist als „die Hülse“, „der Hüls“ oder „der Hülst“, häufig auch als Hülskrappe oder Hülsekrabbe. Weil die Stechpalme sich sehr gut beschneiden lässt, wurde die Hülse von alters her als Hecken- und Zaunpflanze kultiviert und angepflanzt, nicht zuletzt wegen ihrer immergrünen Blätter, die auch im Winter eine undurchsichtige Hecke bilden.

Ein auf die Pflanze bezogener Familienname konnte auf unterschiedlichen Wegen entstehen. Vom Wohnsitz an Stellen, an denen die Hülsen wild wuchsen, ging eine ganze Reihe von Wohnstättennamen aus, beispielsweise Hülser, Imhülse/Imhülsen/Inhülsen (1486: in den Hulsen), Zum Hülsen/Zumhülsen, Ophüls („auf dem Hüls“), von der Hüls, van der Hülsen, vorn Hüls/Vorn-Hüls/Vornhülz. Wie sich die Namensformen im Laufe der Zeit ändern konnten, ist am seltenen Namen Schulte am Hülse zu zeigen, der 1684 Schulte auf dem Hülse hieß, 1664 Schulte ufm Hülse, 1598 Schuldte im Hülse und 1542 im Hülß.

Zu den Wohnstättennamen gehören auch die Namen Hülsmann und Hülsemann sowie Hüls und Hülse, wenn diese aus älteren Namensformen wie An dem Hüls/An der Hülse gekürzt wurden. Viele Örtlichkeiten wurden nach der Hüls(e) benannt, weil die Pflanze dort wuchs. Auf den Wohnsitz an solchen Stellen beziehen sich beispielsweise die Namen Hüls(e)beck, Hüls(e)berg, Hülsbrink, Hülsebrock, Hülsbusch, Hüls(en)kamp oder Hülsewiesche. Ein von Ilexhecken umgebener Hof konnte Hülshoff heißen, zu einem solchen Hof gehören die Namen Hülshof(f), Hülsmeier, Hüls(e)meyer, Hülsenmeyer.

In einigen Fällen ist ein Örtlichkeitsname auf den Namen einer Siedlung übertragen worden, heute gibt es noch rund ein Dutzend Orte namens Hüls, Hülse, Hülsen. Zu jedem dieser Orte kann Hülsmann als Herkunftsname gehören, gebildet wie Münstermann zu Münster oder Hamelmann zu Hameln.

Ein historischer Beleg zeigt, dass Hülsmann auch von dem Ort Hülsede im Kreis Schaumburg ausgegangen sein kann: Der 1337 in Hameln bezeugte Hinricus de Hulszede (= Hülsede) erscheint zwei Jahre später als Hinricus Hulseman.


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