Kundgebung am 23. Juni Osnabrücker demonstrieren gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

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Osnabrück. Eine Gruppe Osnabrücker Bürger und der Runde Tisch der Religionen rufen auf zu einer Kundgebung gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus am Samstag, 23. Juni, ab 11.30 Uhr vor dem Theater.

„Die Friedensstadt Osnabrück tritt ein für Meinungs-, Gewissens-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit, so wie sie im Grundgesetz garantiert sind“, heißt es einem Aufruf, den Reinhold Mokrosch, Clara Ellguth, Tassilo Pöter, Harald Klausing, Ansgar Geisen und Silvia Buttler unterzeichnet haben. Sie fordern dazu auf,

am Samstag, 23. Juni, ab 11.30 Uhr auf dem Theatervorplatz in Osnabrück öffentlich ein Signal zu setzen: „Gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus – für Respekt und Toleranz.“

In Deutschland habe sich das Klima im Zusammenhang mit der Einwanderung aus Krisen- und Kriegsregionen verschärft, so die Veranstalter. Nach einer Welle von Brandstiftungen an Asylbewerberheimen häuften sich Angriffe auf Menschen mit Kopftuch oder Kippa. Osnabrück sei bis heute von schlimmen islamfeindlichen oder antisemitischen Zwischenfällen verschont geblieben. Die Veranstalter erinnern aber daran, das kürzlich bei Ausschreitungen rund um ein VfL-Spiel einem muslimischen Mädchen das Kopftuch vom Kopf gerissen wurde. Und jüdische Jungen und Männer wagten sich auch nicht ohne Weiteres mit Kippa in Osnabrück in die Öffentlichkeit. „Deshalb möchten wir mit dieser Kundgebung ein Zeichen setzen für uneingeschränkten Respekt und Toleranz untereinander in unserer Demokratie“, so der emeritierte Theologie-Professor Reinhold Mokrosch.

Mokrosch und Harald Klausing werden die Kundgebung moderieren. Sprechen werden Bürgermeisterin Birgit Strangmann als Vertreterin der Stadt, Superintendent Joachim Jeska und der Vorsitzende der muslimischen Ditib-Gemeinden in Niedersachsen, Yilmaz Kilic. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Osnabrück, Michael Grünberg, lässt wegen des Shabbats eine Botschaft verlesen. Am Saxophon spielt Inga Dopjahns-Steenken. Anschließend soll eine Menschenkette gebildet werden. Anfragen beantwortet Harald Klausing (Telefon: 0541/76018107).


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