Konkrete Kunst Kulturnacht rund um Vordemberge-Gildewart

<em>Die Studierenden der Hochschule Osnabrück haben geometrische Figuren konstruiert, um den Besuchern VG’s Kunst näherzubringen..Foto: Parton</em>Die Studierenden der Hochschule Osnabrück haben geometrische Figuren konstruiert, um den Besuchern VG’s Kunst näherzubringen..Foto: Parton

Osnabrück. Auf den Spuren des in Osnabrück geborenen Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart (kurz VG): Während der Kulturnacht am kommenden Samstag können Besucher auf dem Markt mit geometrischen Modulen ihr eigenes Konkretes Kunstwerk entwerfen.

„Wenn man einmal kapiert hat, wie VG gemalt hat und warum, dann wird es richtiggehend spannend, sich mit dessen Konkreter Kunst auseinanderzusetzen“, sagt Malte Syndicus. Er studiert an der Hochschule Osnabrück Industrial Design, ein Studiengang, in dem es hauptsächlich um die Gestaltung von Industrie-Produkten geht. Doch jetzt hat er sich mit einer Gruppe von Kommilitonen mit Kunst auseinandergesetzt – und zwar mit abstrakter.

Als die städtischen Veranstalter der Kulturnacht VG und die Konkrete Kunst als Themenschwerpunkt wählten, sollte es zum Konzept gehören, den Besuchern die Bilder VGs, die ausschließlich aus geometrischen Figuren wie Quadraten, Rechtecken, Rauten, Dreiecken sowie Linien bestehen, näherzubringen. Was liegt also näher, als interessierten Bürgern mithilfe großer Module die Möglichkeit zu geben, ein eigenes derartiges Kunstwerk zu konstruieren?

Daher nahmen Dagmar von Kathen, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur, und Kulturnacht-Koordinatorin Claudia Imig Kontakt zu Professor Thomas Hofmann vom Studiengang Industrial Design der Hochschule auf.

Der Lehrbeauftragte fand schnell einige Freiwillige, die sich bereit erklärten, Module zu bauen, mit denen man im Sinne VGs experimentieren kann. „Ich war auch an der Gestaltung des VG-Busses für die Stadtwerke beteiligt, daher hatte ich mich schon intensiver mit dem Künstler und seiner Arbeitsweise beschäftigt“, erklärt Vivien Ordel. Zusammen mit Marit Hellmann, Eugen Heinrichs, Vaekgon Kim und Malte Syndicus arbeitete sie insgesamt zwei Wochen, bis die mehr als 50 farblich gestalteten geometrischen Figuren aus Styropor und MDF-Platten fertig waren. „Vorher haben wir uns natürlich mit Farbharmonie, mit Flächenstrukturen und den Größenverhältnissen beschäftigt, die VG mathematisch exakt berechnete“, sagt Syndicus, und Heinrichs fügt hinzu, dass die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt haben, für ihr Design-Studium ausgesprochen hilfreich gewesen seien.

„Lounge Konkret“ heißt das Areal auf dem Markt, auf dem die interaktive Installation am Samstag ab 18 Uhr erlebbar sein wird. Die experimentellen Annährungen der Besucher an VG werden von einer Videokamera aufgezeichnet und als Film oder als Standbild des jeweiligen Ergebnisses auf eine Leinwand projiziert.

Darüber hinaus wird Konkrete Kunst auch musikalisch erfahrbar gemacht: An einer Station generiert der Musiker und Komponist Arne Bense live minimalistische Musik. Derweil nähern sich an anderer Stelle vier Schauspieler der konstruktivistischen Thematik körperlich: Sie visualisieren das „Quadrat I+II“ von Samuel Beckett als mathematisch präzise Choreografie zu perkussiven Klängen.

Lounge Konkret zeigt Konkrete Kunst Vordemberge-Gildewarts. Die Performance wird begleitete mit Musik und findet am Samstag, 31. August, ab 18 Uhr auf dem Markt vor dem Rathaus in Osnabrück statt. Der Eintritt ist frei.


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