Mehr als 100.000 Euro Beute Angeklagter gesteht Raubüberfälle in Osnabrück und Ostercappeln

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Einem 31-jährigen Osnabrücker wird vorgeworfen, zwei Raubüberfälle in Osnabrück und Ostercappeln begangen und dabei mehr als 100.000 Euro erbeutet zu haben. Während des ersten Verhandlungstages am Landgericht Osnabrück legte der Mann ein Geständnis ab. Symbolfoto: Michael GründelEinem 31-jährigen Osnabrücker wird vorgeworfen, zwei Raubüberfälle in Osnabrück und Ostercappeln begangen und dabei mehr als 100.000 Euro erbeutet zu haben. Während des ersten Verhandlungstages am Landgericht Osnabrück legte der Mann ein Geständnis ab. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Prozess um zwei Raubüberfälle mit einer Beute jenseits der 100.000 Euro hat der Angeklagte während des ersten Verhandlungstags am Landgericht Osnabrück ein umfassendes Geständnis abgegeben. Er räumte ein, die Taten mit einem nicht näher benannten Mittäter begangen zu haben.

Dass der Angeklagte bereits zu Beginn der Verhandlung aussagen wollte, zeichnete sich schon im Vorfeld des Verhandlungstermins am Mittwochvormittag ab. Durch seinen Anwalt ließ der heute 31-Jährige Interesse an einer Verständigung signalisieren. Konkret bot der Mann an, aussagen zu wollen, wenn das Strafmaß von sieben Jahren nicht deutlich überschritten werde. Ein Vorschlag, dem sich Gericht und Staatsanwaltschaft nicht verweigern wollten. Ganz so schnell mit einem Urteil ging es dann jedoch nicht: Aus formalrechtlichen Gründen wurden am ersten Verhandlungstag eine Reihe von Zeugen gehört, die in Grundzügen die in der Anklageschrift verlesenen Vorwürfe gegen den Mann aus Osnabrück bestätigten.

Geld für das Nachtleben

So gaben beispielsweise zwei Mitarbeiter der Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) ihre Erinnerungen an den 29. November 2012 wieder. An diesem Tag hatte der Angeklagte mit einem Komplizen das damalige Geldzählbüro in der Tiefgarage am Vitihof überfallen und stattliche 100.275 Euro erbeutet. Zu den Hintergründen ließ er durch seinen Anwalt mitteilen, er habe sich zu dem Überfall hinreißen lassen, weil ihn aufgrund seines Drogenkonsums hohe Schulden gedrückt hätten. Er habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und sich seinerzeit immer wieder mit Zeitarbeitsjobs über Wasser gehalten. Auf die Frage der Richterin, wo das erbeutete Geld geblieben sei, gab der Mann eine ebenso knappe wie eindeutige Antwort: „Vor allem im Nachtleben.“

Keine Angaben zum Mittäter

Heute will sich der Osnabrücker allerdings weitestgehend von seinem Alkohol- und Drogenproblem gelöst haben, das er auch für das Scheitern seiner Ehe verantwortlich machte. Mittlerweile sei er wieder verlobt und nun bereit für eine stationäre Therapie, um seiner Affinität zu Drogen Herr zu werden.

Die Idee eines Raubüberfalls habe überdies sein Mittäter gehabt, zu dem der heute 31-Jährige allerdings keine Angaben machte. Vor allem beim Überfall auf das OPG-Büro sei er selber nahezu schockiert gewesen angesichts der unerwartet hohen Summe.

Angeklagter entschuldigt sich

Am ersten Verhandlungstag wurden fast ausschließlich Zeugen angehört, die die Überfälle – verhandelt wird auch ein Raub auf einen Ostercappelner Supermarkt im Jahr 2015 – als Opfer miterleben mussten. Einige von ihnen hatten zeitweise mit psychischen Problemen zu kämpfen. Auch vor diesem Hintergrund entschuldigte sich der Angeklagte im Verhandlungssaal einzeln bei allen Geschädigten.

Treffer in DNA-Datenbank

In den Fokus der Ermittlungsbehörden rückte der Mann erst einige Jahre nach den Taten: Zum Verhängnis wurde ihm dabei der Treffer in einer DNA-Datenbank. Wegen eines anderen Vergehens musste der 31-Jährige im vergangenen Jahr eine Probe abgeben, die zu einer Übereinstimmung mit Spuren aus dem ersten Überfall führte. Nach dem Überfall im Parkhaus am Vitihof hatten Beamte der Spurensicherung die Fingerkuppe eines Latexhandschuhs gefunden, an der sich nachweisbar DNA-Spuren des Osnabrückers befanden. Auch an einer im überfallenen Supermarkt gefundenen Plastiktüte fanden sich Fingerabdrücke des 31-Jährigen.

In der kommenden Woche wird der Prozess fortgesetzt, möglicherweise mit der Urteilsverkündung.


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