Gast am Theater Osnabrück Tenor mit Zugvogel-Gen: Jürgen Müller

Von Ralf Döring

Mephistopheles aus Leidenschaft: Der Tenor Jürgen Müller. Foto: David EbenerMephistopheles aus Leidenschaft: Der Tenor Jürgen Müller. Foto: David Ebener

Osnabrück. Am Samstag singt Jürgen Müller den Mephistopheles in der Oper „Dr. Faust“ von Ferruccio Busoni. Eine Rolle, die der Tenor aus Magdeburg ziemlich gut kennt.

Den Mephistopheles kennt Jürgen Müller ziemlich gut. Schließlich ist es schon ein bisschen her, dass er ihn das erste Mal getroffen hat. und das, wie passend, in Leipzig. Allerdings nicht in Auerbachs Keller, sondern auf der Bühne des Opernhauses – wir sprechen von „Faust“, aber eben nicht, wie Goethe in sich gedacht hat, sondern wie Ferruccio Busoni ihn für die Opernbühne adaptiert hat. Weiterlesen: Zuletzt gab es am Theater Osnabrück die Uraufführung der Oper „Paolo“

Der Teufel mit der Aldi-Tüte

Mephistopheles ist da eine schwierige, ziemlich hohe Tenorpartie, die Müller schon verschiedenlich mit Bravour gemeistert hat. 2005 hat Jossi Wieler Müller und Mephistopheles in Stuttgart zusammengebracht – der Teufel schlurfte damals „als Penner mit der Aldi-Tüte“ über die Bühne, wie Müller sich erinnert.

Doch der gebürtige Magdeburger hat sich auch andere Figuren erarbeitet: Die größte Partie ist sicher Wagners „Siegfried“. Auch den kennt Müller schon ziemlich lange; 2001 hat er ihn in Meiningen in der legendären Inszenierung von Christine Mielitz erstmals gesungen. Der Erfolg hat ihm zum internationalen Durchbruch verholfen; Sidney, Mannheim, Berlin standen danach auf seinem Reiseplan. Müller war immer viel unterwegs; er schreibt das seinem „Zugvogel-Syndrom“ zu. Das hat ihn nun auch nach Osnabrück getragen – und dabei dürfte auch Mephistopheles, der Meister der Verführung, tatkräftig gelockt haben.


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