Frist endet am 1. Juli In Osnabrück bislang nur wenige illegale Schusswaffen abgegeben

Von Rainer Lahmann-Lammert

Illegale Schusswaffen, die vor einigen Jahren in Hamburg abgegeben wurden. In Osnabrück war die Ausbeute während der laufenden Amnestie nicht besonders groß. Foto: dpa/Angelika WarmuthIllegale Schusswaffen, die vor einigen Jahren in Hamburg abgegeben wurden. In Osnabrück war die Ausbeute während der laufenden Amnestie nicht besonders groß. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Osnabrück. Hat noch jemand illegale Waffen zu Hause? Bis zum 1. Juli können Pistolen, Gewehre oder Totschläger straffrei bei der Polizei oder der Stadt abgegeben werden. In Osnabrück wurde bislang kaum von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Der Besitz von Schusswaffen ist in Deutschland nur unter sehr strengen Auflagen erlaubt. Aber es gilt als sicher, dass noch so manches Schießeisen unregistriert in Schubladen, auf Dachböden oder in irgendwelchen Verstecken aufbewahrt wird. Das geschieht zwar nicht unbedingt in böser Absicht, denn auch manches illegale Erbstück hat sich so über Jahrzehnte dem Zugriff der Behörden entzogen.

Vollautomatische Gewehre abgegeben

Um die Schwelle zur freiwilligen Abgabe zu senken, hat das Land Niedersachsen vor zwei Jahren eine Amnestie erlassen: Wer Opas alten Püster bis zum 1. Juli 2018 zur Polizei oder zum Ordnungsamt bringt, kommt ohne Strafe davon, wird also nicht „wegen unerlaubten Erwerbs, unerlaubten Besitzes oder unerlaubten Verbringens“ belangt. Es ist nicht die erste Amnestie dieser Art. 2009 nahmen die Behörden in Niedersachsen mehr als 26.600 illegale Waffen an.

In diesem Jahr scheint die Ausbeute allerdings sehr viel niedriger zu sein, zumindest in Osnabrück. Bei der Polizei wurde im vergangenen Jahr keine Waffe abgegeben, sagt Pressesprecherin Kira Sell. Immerhin drei Gewehre fanden den Weg zum Fachbereich Bürger und Ordnung der Stadt Osnabrück, das letzte bereits vor mehreren Monaten. Nach Auskunft der stellvertretenden Fachbereichsleiterin Anja Rosin handelte es sich um zwei vollautomatische Waffen und ein Repetiergewehr.

Direkt zur Behörde

Zu sehen und zu fotografieren gibt es im Stadthaus allerdings nichts. Hat jemand ein Schießeisen ins Amt gebracht, wird es dort nicht etwa aufbewahrt, sondern „in der Regel sofort“ zur Vernichtung weitergereicht, wie Rosin betont. Denn der Fachbereich verfüge nicht über viele Aufbewahrungsmöglichkeiten. Falls eine Schusswaffe noch geladen sei, werde sie aber an Ort und Stelle unschädlich gemacht. Dafür steht eine Entladekiste bereit, bei der ein Schuss in einem mit Sand gefüllten Kasten landet. Für die Vernichtung ist das Land Niedersachsen zuständig. Die letzte Station illegaler Waffen ist meist ein Hochofen.

Wer sich mit einer Flinte, einem Revolver oder einem Butterflymesser auf den Weg zum Amt machen will, sollte das gute Stück möglichst in einen geschlossenen Behälter packen und vorher einen Termin vereinbaren. Normalerweise ist auch das Führen einer illegalen Waffe strafbar. Die derzeit noch geltende Amnestieregelung erlaubt es aber ausdrücklich, dass Schießeisen, Schlagringe oder Munition auf dem direkten Weg zur Behörde transportiert werden dürfen.