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Neue Ausstellung im BBK-Kunstquartier Die Bilder der Sybille Hertel:Klimawandel an der Wand

Den Klimawandel hat Sybille Hertel in oft bedrohlich wirkende Bilder übertragen. Foto: Hermann PentermannDen Klimawandel hat Sybille Hertel in oft bedrohlich wirkende Bilder übertragen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Wetterkapriolen beunruhigen Sybille Hertel. Diverse Meldungen, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigten, verursachten bei der Osnabrücker Künstlerin Visionen, die sie zu zahlreichen Werken verarbeitete. „verwüstet“ oder „überflutet“ lauten die Titel der hochformatigen Bilder, die in abstrahierender Art Naturereignisse zeigen. Im Kunst-Quartier, der Galerie des Bundes Bildender Künstler (BBK) Osnabrück, zeigt Hertel ihre in den letzten zwei Jahren entstandenen Bilder zusammen mit Exponaten von Elisabeth Brügger.

Der Tradition folgend, ein Mitglied des Osnabrücker BBK mit einem auswärtigen Kollegen zusammenzuführen, ging Hertel im Internet auf die Suche nach einem Partner. Dort stieß sie auf Brüggers „Ursuppe“. Die so titulierten „Interventionen zur Schöpfung“ stellten ähnliche Fragen an die Welt – nur mit anderen Ergebnissen. Dieses Aufeinanderprallen von künstlerischen Statements präsentieren die beiden Künstlerinnen nun unter dem Motto „Wachstum & Visionen“.

Das „Wachstum“ symbolisiert Brügger anhand der Serie „Epigeos“. Dabei handelt es sich um vier in ihrer Form identische Bronzeplastiken, die ein überdimensionales Samenkorn darstellen, aus dem ein Keim sprießt. Lediglich in ihrer Oberflächenbehandlung unterscheiden sich die formschönen Objekte: Während das eine hochglanzpoliert daherkommt und so eine höhere Stufe in Bezug auf die Heroisierung der Naturkraft einnimmt, weisen die anderen mattschwarze, braune oder schwarzgrüne Patina auf. Eine ähnliche Position bezieht die Künstlerin aus dem ostwestfälischen Höxter mit ihren Holzschnitten, in denen sie das Wurzelwerk von Pflanzen darstellt.

Der Optimismus dieser Werke findet in den Bildern Sybille Hertels kaum Entsprechungen. Eher beängstigend wirken die vertrockneten und verdorrten Äste und Stängel, die Blumenwiese hinter einem dichten Regenvorhang, die in Rottönen gemalten organischen Relikte eines Waldbrandes oder die pastellfarbene Landschaft hinter einer dichten, weißen Nebelwand. Dennoch wird hier kein fatalistischer Ausblick auf die zerstörerischen Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur gezeichnet, denn kein Bild zeugt von apokalyptischen Visionen. Ein Hoffnungsschimmer?

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Wachstum & Visionen“. Malerei, Holzschnitte und Objekte von Sybille Hertel und Elisabeth Brügger. Bis 26. Mai, Di., Mi. und Fr. 14–18 Uhr, Do. 15–20 Uhr,

Sa. 11–15 Uhr. Infos unter www.bbk-osnabrueck.de


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