Über Afrika nach Berlin Grundschüler aus Atter treffen den Bundespräsidenten

Eine andere Welt lernten die Erstklässler der Grundschule Atter kennen. Am 21. Juni lernen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kennen, der sie für ein Projekt für einen Schulwettbewerb auszeichnet. Foto: Laura GraveEine andere Welt lernten die Erstklässler der Grundschule Atter kennen. Am 21. Juni lernen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kennen, der sie für ein Projekt für einen Schulwettbewerb auszeichnet. Foto: Laura Grave

Osnabrück. Die Grundschullehrerin Anja Hirschmann ist Stammgast bei den Bundespräsidenten unserer Republik. Am 21. Juni ist sie wieder in Berlin. Dann erhalten sie und die 1. Klasse der Grundschule Atter von Frank-Walter Steinmeier einen Preis für ein Memory-Spiel, das sie für den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ entworfen haben.

Seit acht Jahren engagiert sich Anja Hirschmann in dem afrikanischen Staat Malawi. Damals gründete sie den Verein Magi (Malawian Girls). Er unterstützt Mädchen, die auf sich allein gestellt sind und schützt sie vor Vergewaltigung, Verschleppung und Hunger. Mittlerweile hat der Verein in der Stadt Blantyre einige Gebäude errichtet und ermöglicht den Kindern den Zugang zu Schulbildung. Sie können sich durch den Kauf von Ackerland zudem teilweise selbst versorgen.

Immer wieder initiierte Anja Hirschmann in der Vergangenheit Projekte für Malawi mit ihren Kindern in der Grundschule Atter. Beim Wettbewerb „alle für EINE WELT für alle“ schufen die Schülerinnen und Schüler ein Memory-Spiel, das Lebenswelten der Kinder in Osnabrück und in Malawi gegenüber stellt. Hier haben die Familien einen Herd, dort eine Kochstelle; hier haben die Mädchen und Jungen ein Kinderzimmer, dort schläft die ganze Familie zusammen in einem kleinen Haus. „Die Kinder hatten viele Fragen und waren erstaunt, dass die Welt in Malawi eine ganz andere ist“, berichtet Anja Hirschmann. Es ist der achte Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik, der alle zwei Jahre durchgeführt wird. Bundesweit waren alle Grund- und weiterführenden Schulen aufgerufen, Beiträge zum Thema „Globale Entwicklung“ einzureichen.

Anja Hirschmann freut sich darüber, beim Wettbewerb gewonnen zu haben. Aber noch mehr freut sie sich darüber, dass die Erstklässler sich so sehr motiviert haben, um in das Thema einzusteigen. Das habe die Schüler auch zusammen geschweißt. „Am Anfang war die Klasse anstrengend“, so Hirschmann. Bei dem Projekt seien sie aber mit Begeisterung bei der Sache gewesen. Und am Ende gibt es nun ein Happy End.

Nachdem Anja Hirschmann schon Horst Köhler und Joachim Gauck kennen gelernt hat, trifft sie Frank-Walter Steinmeier nun schon zum zweiten Mal. Welchen Platz sie bei dem Wettbewerb belegen, wissen sie und ihre Klasse noch nicht. Sicher ist aber, dass sie Geld gewinnen. Das soll – so der Wunsch der Kinder – nach Malawi gehen, sagt Hirschmann. „Es ist ihr Bedürfnis, etwas zu tun, um die Kinder dort zu unterstützen.“


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