Jusos scheitern mit Antrag Osnabrücker SPD weiterhin für Wildtiere im Zoo

Von Andreas Wenk

Gescheitert ist Timo Spreen von den Jusos mit dem Antrag, die Osnabrücker SPD möge sich dafür einsetzen, das Halten von Wildtieren im Osnabrücker Zoo zu verbieten. Foto: Andreas WenkGescheitert ist Timo Spreen von den Jusos mit dem Antrag, die Osnabrücker SPD möge sich dafür einsetzen, das Halten von Wildtieren im Osnabrücker Zoo zu verbieten. Foto: Andreas Wenk

awen Osnabrück. Mit deutlicher Mehrheit hat der SPD-Unterbezirksparteitag am Samstag einen Antrag der Osnabrücker Jusos auf ein generelles Wildtierverbot im Zoo abgelehnt. Unterbezirksvorsitzende Antje Schulte-Schoh wirkte darüber geradezu erleichtert.

Für Verstimmung bei einigen Delegierten hatten Äußerungen des SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Frank Henning gesorgt, die die NOZ im Artikel „Jusos fordern Wildtierverbot im Zoo“ zitiert hatte. Henning hatte dort von „totalem Blödsinn“ und „absolutem Quatsch“ gesprochen, war dann aber nicht zur Diskussion auf dem Unterbezirksparteitag erschienen.

Als der Antrag am Nachmittag aufgerufen wurde, war die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass die Versammlung die Redezeit pro Beitrag bereits auf eine Minute verkürzt hatte. Befürworter und Gegner lieferten sich so einen zugespitzten Wortwechsel. Pascal Speicher versuchte es noch mit dem Kompromissangebot, zumindest keine weiteren Wildtiere mehr im Osnabrücker Zoo aufzunehmen, kam aber auch damit nicht durch.

Große politische Themen vertagt

Große politische Themen wie das Selbstverständnis der Partei, Außenpolitik und Außenwirtschaft, Arbeitswelt oder Demokratisierung blieben am Ende unbehandelt. Horst Simon, der hierzu einige Anträge gestellt hatte, schien zunächst etwas resigniert, trug es am Ende aber mit Fassung. Da nach 15 Uhr eine weitere Hausmeisterschicht hätte einspringen müssen, sollte der Unterbezirksparteitag pünktlich aufhören. Im September soll für diese Punkte ein neuer Termin angesetzt werden, um die Debatte intensiv und ohne Zeitdruck führen zu können.

Schulte-Schoh zeigte sich dennoch zufrieden mit den Ergebnissen, die der Parteitag in der Gesamtschule Schinkel hervorgebracht hatte. Dabei hob sie die Bedeutung der Resolution „Sozialdemokratische Politik im digitalen Europa“ hervor. Darin heißt es unter anderem, „die Parteien müssen sich den digitalen Realitäten stellen“ und „hierfür müssen neue, bisher als irregulär geltende Arbeitsformen, einen gesetzlichen Rahmen erhalten“.

Weltfrauentag als gesetzlicher Feiertag?

Als weiteren, politisch wichtigen Schritt wertete Schulte-Schoh den Beschluss, den Weltfrauentag statt des Reformationstages in die Diskussion um einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen einzubringen. Innerparteilich zeigte sie sich damit zufrieden, dass weiterhin an dem Delegiertenprinzip statt Vollversammlungen festgehalten werden soll. Gespräche am Rande zeugten von einem Stimmungswandel an der Basis. Erfreut zeigten sich einige Delegierte vor allem, dass viele junge Mitglieder mitarbeiten und mitgestalten wollten. Bestes Beispiel dafür sei der neue Kassierer Hans Dinkelacker. Der hatte sich am Ende gegen zwei weitere Kandidaten durchgesetzt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN