zuletzt aktualisiert vor

Ombre di Luci sorgt für Musik Sizilianischer Abend: Tatort-Star Andreas Hoppe begeistert in Osnabrück

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Tatort-Schauspieler Andreas Hoppe las am Freitagabend im NOZ-Medienzentrum aus seinem sizilianischen Kochbuch – und wurde von den stimmungsvollen Klängen Ombre di Lucis, den falschen Italienern aus Osnabrück, musikalisch illustriert.

„Es ist anstrengend, aber ich mache das sehr gerne“, sagte Schauspieler Andreas Hoppe, der nach einer Lesung mehr als eine Stunde Bücher signiert und mit seinen Fans geplaudert hat. Geduldig hatten sich die Besucher im gut besuchten NOZ-Medienzentrum in einer Schlange angestellt, immerhin unterhalten von italienischer Live-Musik.

Ein Deutscher, der sich in eine Insel verliebt

„Das Sizilien Kochbuch“ heißt das Buch, das Hoppe in Osnabrück vorstellte. Es ist eine Mischung aus Prosatexten, vielen Fotos und noch mehr Rezepten, mit denen der Schauspieler geschickt Realität und Fiktion verknüpft: Als Ludwigshafener Tatort-Kommissar Mario Kopper hatte er eine Mutter mit sizilianischen Wurzel. Als die SWR-Verantwortlichen beschlossen, Kopper als Tatort-Figur aus dem Programm zu nehmen, machte sich Hoppe auf, um seine fiktive Heimat kennen zu lernen. Das Ergebnis: Das Kochbuch mit den zum Teil geradezu poetisch gefärbten Geschichten eines Deutschen, der sich in eine Insel verliebt.

„Es steht kein echter Italiener auf der Bühne“, betonte Moderator Joachim Schmitz, Tatort-Fachmann unserer Redaktion, in seiner Begrüßung. Er hatte die Idee gehabt, die Lesung mit dem Ex-Kommissar von Live-Musik begleiten zu lassen. Tatsächlich passten die Songs von Ombre di Luci, den falschen Italienern aus Osnabrück, perfekt zu den Geschichten, die Hoppe mit sonorer Stimme vorlas. Zusammen hatten sich Musiker und Schauspieler auf bestimmte Titel geeinigt und so servierten Ombre die Luci „Pizza picante“ sowie „Funghi verde“ und sangen natürlich das dramatische Lied von „Madre Sicilia“.

Die Band Ombre di Luci trat auf. Foto: Gründel

Zwischen den Kapitel, mit denen Hoppe die Zuhörer in die Tavernen von Taormina, in die Weinberge am Vesuv und auf die Fischerboote der Insulaner entführte, verriet er im Talk mit Joachim Schmitz den Grund für seine Sizilien-Reise und von der immensen Freundlichkeit, mit der er dort aufgenommen wurde. „Ich würde sofort zusagen, wenn mir eine Produktionsfirma anbieten würde, dort auf Sizilien Krimis mit mir zu drehen“, erklärte der Schauspieler, der bis heute offenbar nicht den Grund erfahren hat, warum er als Kopper den Hut nehmen musste. „Immerhin hat mich der SWR in meiner letzten Folge nicht sterben lassen“, meinte er mit einem Lächeln auf den Lippen. Auf die Frage, ob man auf Sizilien nicht auf Schritt und Tritt mit der Mafia konfrontiert werde, meinte Hoppe: „Nicht mehr als hier, denn die Mafia ist mittlerweile überall unterwegs und bewegt sich in den höchsten Kreisen.“

Gegen Ende der Veranstaltung verbündete sich Hoppe sich mit der Band und unterstützte Sänger Marcus Tackenberg bei dem Lied „Tango dei cherubini“ mit vollem Vokaleinsatz – bevor der Sturm der Fans auf den Büchertisch ausbrach.