Das wahre Landleben Das bietet der Tag des offenen Hofes in der Region Osnabrück

Unterwegs mit dem Milchtaxi: Landwirtin Nele Kolkmeier versorgt Kälbchen auf ihrem Hof. Foto: David EbenerUnterwegs mit dem Milchtaxi: Landwirtin Nele Kolkmeier versorgt Kälbchen auf ihrem Hof. Foto: David Ebener

Osnabrück. Tierhaltung ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Landwirte sehen sich wegen ihrer Haltungsbedingungen lauter Kritik ausgesetzt. Mit dem Tag des offenen Hofes 2018 am kommenden Sonntag, 17. Juni 2018, wollen sie nun ein realistisches Bild ihrer Arbeit vermitteln. Aus unserer Region Osnabrück machen drei Höfe mit.

Die Zeiten, als der Landwirt nur mit Heugabel oder Melkschemel im Stall arbeitete, sind längst vorbei. Mittlerweile läuft dank moderner Technik vieles automatisch. So hat es Nele Kolkmeier bei ihrer täglichen Arbeit vor allem mit Milchtaxi oder Melkroboter zu tun.

Die 27-jährige Landwirtin führt seit zwei Jahren gemeinsam mit ihrem Freund Jens Schmock von Ohr und ihren Eltern den Milchviehbetrieb in Atter. Seit 1548 ist der Hof bereits in Familienbesitz. Vor einiger Zeit wurde ein neuer Laufstall fertiggestellt, in dem bis zu 100 Melkkühe Platz haben.

Realistisches Bild

„Viele Menschen haben ein unrealistisches Bild von der Landwirtschaft“, sagt die Jungbäuerin. Um das wahre Leben auf dem Bauernhof zu zeigen, macht sie beim Tag des offenen Hofes am kommenden Sonntag mit. Mehr als 80 Bauernhöfe in Niedersachsen sind mit von der Partie und öffnen ihre Höfe für Interessierte. Organisiert wird die Aktion von NDR 1 Niedersachsen und dem Landvolk Niedersachsen zusammen mit den Landfrauen und der Landjugend.

Auf die Besucher wartet ein buntes Programm. Wer das Gelände des Hofes Kolkmeier nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann an den angebotenen Hofführungen oder an der Hofrallye teilnehmen und die Betriebsleiter mit Fragen löchern. Informationen rund um die Landwirtschaft liefern auch Landvolkmitglieder, Experten aus der Landwirtschaft und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer. Außerdem können die Besucher eine Bodenprobe aus ihrem heimischen Garten mitbringen und sie für kleines Geld zur Analyse am Hof abgeben. So lässt sich feststellen, ob der Gartenboden zu stark oder zu wenig gedüngt ist.

Besseres Verständnis

Kritikern begegnen die Kolkmeiers mit Offenheit. „Die Ställe sind geöffnet und die Besucher können sich ein eigenes Bild von der Haltung machen“, sagt die 27-Jährige. Ziel sei es, ein besseres Verständnis für die Landwirtschaft und die Arbeit auf dem Hof zu vermitteln. Ihr Vater Heiner Kolkmeier ergänzt: „Wir haben kein schlechtes Gewissen, wir sind stolz auf unseren Hof. Und wir freuen uns, das zu zeigen.“

Neben Hof Kolkmeier beteiligen sich auch der Storchenhof Janssen in Alfhausen und der Hof Horstmann in Glandorf. In Alfhausen dreht sich alles um das Thema Pferde. Im Mittelpunkt steht eine Fohlenschau, zu der parallel eine Online-Auktion stattfindet. Auf dem Hof Horstmann können Besucher das Getreidelager anschauen und alles, was man zum Getreideanbau benötigt. Alle drei Höfe haben von 10 bis 17 Uhr geöffnet. (Hier finden Sie alle Höfe, die bei der Aktion mitmachen)


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