Osnabrücker Patenttage „Von Patenten profitiert auch die Allgemeinheit“

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Für Wissenschaftler sind Patente wichtig – sie schützen vor Nachahmungen und ermöglichen es Erfindern, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Foto: dpa/Michael RosenfeldFür Wissenschaftler sind Patente wichtig – sie schützen vor Nachahmungen und ermöglichen es Erfindern, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Foto: dpa/Michael Rosenfeld

Osnabrück. Durch die voranschreitende Digitalisierung bestimmen immer mehr Innovationen und Technologien unseren Alltag. Wie begegnet man dieser Entwicklung juristisch? Antworten geben die Osnabrücker Patenttage 2018 am Freitag, 8. Juni.

Die in Norddeutschland einmalige Veranstaltung wird vom Centrum für Unternehmensrecht (CUR) ausgerichtet. Partner des an die Universität Osnabrück angedockte Vereins ist der Carl-Heymanns-Verlag: Er gibt der Tagung ihren offiziellen Namen. Erwartet über 100 hochkarätige Gäste aus Justiz und Wirtschaft.

Die Osnabrücker Juraprofessorin Mary-Rose McGuire gehört zur wissenschaftlichen Leitung. Im Interview mit unserer Redaktion berichtet sie über den Zweck von Patenten und erklärt, warum die Osnabrücker Patenttage eine großartige Chance für Studenten, Doktoranden und Praktiker sind.

Wofür gibt es Patente, und welche Bedeutung haben sie in der heutigen Zeit?

Patente schützen technische Erfindungen. Sie verhindern Nachahmungen und sind für den Erfinder deshalb ein Anreiz, die Innovation öffentlich zu machen. Dadurch kann auch die Allgemeinheit von ihr profitieren. Patente erlauben dem Inhaber aber auch, die Erfindung wirtschaftlich zu nutzen um Geld mit ihr zu verdienen. Sie bilden insgesamt einen wichtigen Wettbewerbsfaktor und dienen der stetigen Weiterentwicklung von Produkten.

Warum wurden die Patenttage ins Leben gerufen? Was wird gemacht, und welches Ziel steckt dahinter?

Die Patenttage dienen der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis. Die Universität Osnabrück ist eine von wenigen deutschen Universitäten, die für das Recht des geistigen Eigentums einen eigenen Lehrstuhl eingerichtet hat. Derzeit sind mehr als 50 Studierende in diesem Schwerpunkt eingeschrieben, 14 Doktoranden promovieren im Bereich des geistigen Eigentums.

Für die Studierenden und insbesondere die Doktoranden ist es wichtig, frühzeitig in Kontakt mit Praktikern zu treten, um einen besseren Einblick in das Berufsfeld zu bekommen und Kontakte für spätere Praktika, die Referendarstation oder sogar den Berufseinstieg zu knüpfen. Dafür bieten die Patenttage ein attraktives Forum. Das gilt aber auch umgekehrt für die Praktiker selbst. Die Tagung bietet aktuelle Themen, erfahrene Referenten und ein gutes Netzwerk. Die Tatsache, dass sich mehr als 100 Personen angemeldet haben und ein vielfältiges Publikum aus Richtern, Unternehmensjuristen, Rechts- und Patentanwälten an der Universität Osnabrück zu Gast ist, spricht dafür, dass die Tagung den richtigen Nerv getroffen hat.

Wieso wird dieses Mal gerade die Digitalisierung bzw. der digitale Binnenmarkt als Thema in den Vordergrund gestellt?

Digitalisierung ist ein Wort, das viele Leute entweder nervt – weil es ständig verwendet wird – oder schlechte Laune verursacht, weil man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt, aber den Eindruck hat, dass man es wissen sollte. Die Tagung will daher den Begriff handhabbar machen und auf die konkreten Auswirkungen für den Technologieschutz hinweisen. Ein Beispiel ist der Bericht über zwei aktuelle Forschungsprojekte, bei denen an der Universität Osnabrück die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in Industrieanwendungen erforscht werden. Bei AR und VR werden computergenerierte Zusatzinformationen virtuell in einem realen Raum eingeblendet. Entweder werden nur einzelne Objekte hinzugefügt oder sogar ein ganzer virtueller, dreidimensionaler Raum geschaffen. Beide Technologien sind nicht nur für Spielkonsolen, sondern auch in der Produktion schon längst Realität. Die Technik ist vielversprechend, die Auswirkungen auf Patentschutz, Geheimnisschutz und Datenschutz fordern aber eine kritische Diskussion.


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