„Neumarkt macht Probleme” Weniger Stickstoffdioxid am Schlosswall – Schlechtere Luft am Neumarkt

Am Neumarkt ist die NO2-Konzentration weiterhin deutlich zu hoch. Am Schlosswall hingegen war der Mittelwert im Mai deutlich besser als in den Monaten zuvor. Foto: Michael GründelAm Neumarkt ist die NO2-Konzentration weiterhin deutlich zu hoch. Am Schlosswall hingegen war der Mittelwert im Mai deutlich besser als in den Monaten zuvor. Foto: Michael Gründel
Michael Gründel

Osnabrück. Die Station zur Messung der Luftqualität am Osnabrücker Schlosswall hat im Mai einen vergleichsweise geringen Stickstoffdioxidwert gemessen. Sorgenkind der Stadt bleibt der Neumarkt.

Die Messstation am Schlosswall maß im Mai einen Mittelwert von 36 Mikrogramm Stickstoffdixoid (NO2) pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Das ist der niedrigste Wert seit Langem – zuletzt im Juli 2017 war der Wert mit 34 Mikrogramm geringer gewesen, wie aus vorläufigen Zahlen des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Hildesheim hervorgeht.

Der Mai ist der bislang einzige Monat im laufenden Jahr, der unter der Grenze von 40 Mikrogramm liegt. Die EU begrenzt den Jahresmittelwert auf 40 Mikrogramm.

Die Station zur Messung der Luftqualität am Schlosswall. Foto: Jörn Martens

Deutlich zu viel NO2 am Neumarkt

Deutlich schlechter ist die Situation weiterhin am Neumarkt. Für die Monate Januar bis April liegen der Stadt vorläufige Messergebnisse vor. In der ersten Aprilhälfte maß der Passivsammler 57,8 Mikrogramm im Mittel.

„Der Neumarkt macht weiterhin Probleme”Detlef Gerdts

In der zweiten Aprilhälfte betrug der Wert 48,2 Mikrogramm. „Der Neumarkt macht weiterhin Probleme”, sagt Detflef Gerdts, Leiter des Fachbereich Umwelt und Klimaschutz.

Der Passivsammler am Neuen Graben. Foto: Michael Gründel


Vorläufigen Jahresmittelwerte weiterhin zu hoch

Am Schlosswall liegt der Mittelwert für die Monate Januar bis Mai bei nun 42 Mikrogramm – nur noch zwei Mikrogramm über dem erlaubten Jahresmittelwert.

Am Neumarkt beträgt der Mittelwert für die Monate Januar bis April 48,5 Mikrogramm. Nach der erneuten Öffnung des Neumarkts im Februar war die NO2-Konzentration deutlich angestiegen.

Klage der Umwelthilfe droht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist mit dem Entwurf des fortgeschriebenen Luftreinhalteplans unzufrieden und fordert deutliche Nachbesserungen, etwa Dieselfahrverbote. Andernfalls droht der Verein mit einer Klage gegen die Stadt. Die Stadt hält Dieselfahrverbote für nicht umsetzbar.

Mitte Mai hatte die EU-Kommission Deutschland wegen der schlechten Luft in vielen Städten verklagt, es drohen hohe Strafgelder. In Hamburg war am Freitag Deutschlands erstes Dieselfahrverbot auf zwei Straßenabschnitten in Kraft getreten. Auch Hannover denkt über Dieselfahrverbote für zwei Straßen nach.


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