Pub-Science 2018 Brennende Hände und Laserstrahlen in Osnabrücker Kneipen

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Osnabrück. Osnabrücker Gaststätten im Zeichen der Naturwissenschaft: Zum zweiten Mal nach 2016 hat die Universität Osnabrück am Freitagabend zur„Pub-Science“ eingeladen. Zwei Professoren der Physik und Chemie sowie 60 Gymnasiasten begeisterten die Kneipenbummler mit spannenden Experimenten am Biertisch.

In den Kategorien „Schauexperimente“, „Alltagsphänomene“ und „Aktuelles aus der Forschung“ zeigten die Schüler von Angelaschule, Carolinum, Ursulaschule und Liebfrauenschule Cloppenburg vor vielzähligen Besuchern in insgesamt sechs Bars ihr naturwissenschaftliches Können. Eröffnet wurde die Veranstaltung am frühen Abend im Grünen Jäger von Unipräsident Wolfgang Lücke. Er sprang diesbezüglich für Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) ein, der seinen angekündigten Besuch als Pub-Science-Schirmherr offenbar nicht wahr machen konnte.

Image der Fächer aufpolieren

Im Rotationsprinzip führten die Schüler anschließend ihre Experimente durch. Vorführungen gab es außer im Grünen Jäger noch in den Gaststätten Balou, Bottled, Polly Ester’s, Unikeller und Zimmer Nr. 4.

„Es geht darum, das öffentliche Image von Chemie und Physik aufzupolieren und zu beweisen, dass es sich nicht um langweilige Wissenschaften handelt“, erklärte Marco Beeken, preisgekrönter Chemieprofessor an der Universität Osnabrück und zusammen mit Physikprofessor Mirco Imlau der Initiator der Pub-Science. Anderseits würden die Schüler lernen, offen auf Menschen zuzugehen und in Alltagssprache fachliche Experimente zu erklären. Michael Budke, Doktorand der Chemiedidaktik, ergänzte: „Es ist für die Schüler eine großartige Chance, sich zu beweisen. Sonst hat man nur selten die Möglichkeit, seine naturwissenschaftliche Begabung offen zu zeigen. Wer beispielsweise musikalisch ist und ein Instrument spielt, hat es da in der Regel leichter.“

Kneipenbummler aktiv eingebunden

Ob brennende Hände, Laserzielvorrichtungen oder die chemischen Geheimnisse von Veggie-Food: Die Kneipenbesucher bekamen einiges zu sehen und wurden in viele Experimenten sogar aktiv eingebunden. „Es ist eine nette Überraschung. Wir haben Dinge gelernt, die uns absolut neu sind“, gestanden die Kneipenbummler Markus und Robert, die im Grünen Jäger als Assistenten ausgewählt wurden. Beide lobten, neben vielen anderen, die gute Vorbereitung. (Rückblick im Video: So lief die Osnabrücker Pub-Science-Premiere 2016)

Aufseiten der Schüler freuten sich insbesondere als Vertreter der Physik Jakub, Florian, Vincent und Tim von der Liebfrauenschule Cloppenburg, dass auch ihre Laserexperimente gut bei den Gästen ankamen. „Die Reaktionen sind besser als erwartet“, sagte Vincent. Auf den ersten Blick seien zwar die chemischen Experimente anschaulicher und eindrucksvoller. „Umso schöner ist es, dass die Leute sich auch für unser Physik-Experiment interessieren.“ Für alle vier steht jedenfalls schon fest, was sie nach dem Abitur machen wollen: „Natürlich Physik studieren.“

Lehrer loben pädagogischen Wert

„Wir haben Dinge gelernt, die uns absolut neu sind“

Am Ende profitierten alle von der Veranstaltung. Auch die begleitenden Lehrer der teilnehmenden Schulen hoben den pädagogischen Wert der Osnabrücker Pub-Science hervor. Hilko Wilberts, Chemielehrer an der Angelaschule Osnabrück, fasste zusammen: „Das Fach muss Spaß machen. Und der Spaß kommt vom Selbermachen. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten folgt dann von ganz allein.“


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