NOZ-Monatsrückblick für Osnabrück Maiwoche, Flohmarkt und Bauland – Osnabrück im Mai 2018

Von Frank Riehemann


Osnabrück Maiwoche mit Besucherrekord und Kritik von Betreibern, Nachtflohmarkt unter neuen Bedingungen, Proteste gegen neues Bauland, tragischer Tod eines Säuglings – das waren die Osnabrücker Schlagzeilen im Mai 2018. Mehr zu diesen und anderen Ereignissen im NOZ-Monatsrückblick für die Region Osnabrück.

Rekorde, Neuerungen und Kritik – die Maiwoche 2018 sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Mit zwölf Tagen ist Norddeutschlands größtes Volksfest diesmal extra lang. Auch das Wetter spielt mit. Viel Sonnenschein und fast hochsommerliche Temperaturen locken rund 850.000 Besucher in die Stadt, so viele wie noch nie. Nur am ersten Sonntag muss die Maiwoche wegen eines Unwetters abgebrochen werden. Die auffälligste Neuerung kommt bei den Besuchern gut an. Das „kleine Maidorf“ auf dem Platz des Westfälischen Friedens lädt mit seinen Almhütten zum gemütlichen Verweilen ein.

Ein gleichwertiger Ersatz für das traditionelle Maidorf, das wegen Sicherheitsbedenken der Stadt nicht aufgebaut werden durfte, ist das Hüttendorf für Betreiber Frederik Heede aber nicht. Er beklagt einen Umsatzrückgang von 80 Prozent. Heede und andere Macher der Maiwoche kritisieren die erhöhten Gebühren, die fehlende finanzielle Unterstützung durch die Stadt und den Verzicht auf überregional bekannte Musikgruppen.

Neuerungen gibt es auch beim Nachtflohmarkt. Zum ersten Mal wird rund um den Ledenhof und in den angrenzenden Straßen gefeilscht und gehandelt. Neu sind auch die verbindliche Reservierung der Standplätze im Voraus und der Marktschluss um 2 Uhr nachts. Während einige Flohmarktverkäufer die neue, stressfreie Atmosphäre schätzen, vermissen andere das frühere chaotische, spontane Flohmarktflair. Die neue Flohmarktordnung wird beim nächsten Nachtflohmarkt im September noch einmal erprobt. Dann will die Verwaltung analysieren, wie die Veränderungen ankommen.

Der Wohnungsbau ist im Mai 2018 ein großes Thema der Osnabrücker Kommunalpolitik. Der Rat lehnt erneut die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft ab. Die Mehrheit von CDU/BOB-Gruppe und FDP will die Probleme des Wohnungsmarktes stattdessen mit einer Zehn-Punkte-Initiative lösen. Erste Schritte, um ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sind der Kauf einer 19 Hektar großen Fläche in Schinkel und eines 1,9 Hektar großen Ackers am Kampweg in Hellern.

Die Bauvorhaben der Stadt stoßen aber nicht überall auf Zustimmung. Anlieger des geplanten Neubaugebiets in Hellern wollen die Fläche wegen ihrer besonderen Bedeutung für Natur und Landschaft erhalten und schließen sich in einer Initiative zusammen. Auch im Widukindland gibt es Proteste. Anwohner wollen verhindern, dass ein Wäldchen abgeholzt wird, um dort zwei Einfamilienhäuser zu errichten. An den hohen Grundstückspreisen droht dagegen die Gründung einer Wohnungsgenossenschaft zu scheitern, die im Landwehrviertel günstige Wohnungen bauen will.

Jahrelang haben Bewohner gegen die Umbenennung von drei Straßennamen mit NS-Bezug gekämpft. Jetzt beschließt der Rat die neuen Namen. Die Carl-Diem-Straße bekommt den Namen An der Moorweide, der Heinrich-Röper-Weg wird in Färberweg umbenannt und aus der Giesbert-Bergerhoff-Straße wird die Frida-Schröer-Straße.

Eine furchtbare Tat überschattet den Mai 2018 in der Region. Ein Baby wird durch Schläge gegen den Kopf so schwer verletzt, dass es wenige Tage später stirbt. Die Polizei ermittelt gegen den 24-jährigen Vater des Säuglings wegen des Verdachts des vollendeten Totschlags. Der Mann soll das Kind wenige Stunden nach der Entlassung der Familie aus der Entbindungsstation eines Krankenhauses misshandelt haben, weil es so laut geschrien hat. Zunächst hatten die Eltern angegeben, das Baby sei von einem Hund angegriffen und verletzt worden. Die Polizei hatte jedoch Zweifel an der Schilderung des jungen Paares und schaltete einen Rechtsmediziner ein, der eine Hundeattacke ausschloss.

Region Osnabrück

Die Bahnunterführung in Belm-Vehrte ist fertiggestellt. In dreieinhalb Jahren wurden die Bahnübergänge mit Schranken am Wittekindsweg und an der Lechtinger Straße (L109) zurückgebaut. An der Lechtinger Straße entstand eine Unterführung, während der Wittekindsweg über eine Erschließungsstraße und über Fuß- und Radwege nördlich der Bahnlinie mit einem Kreisverkehrsplatz an die L 109 angebunden wurde. Mit der Unterführung, für die es bereits vor 100 Jahren erste Ideen gab, wird die Verkehrssicherheit deutlich erhöht. Auch die Anbindung des Wittlager Landes und des Hafens Bohmte an das Autobahnnetz wird erheblich verbessert.

Immer mehr expandierende Unternehmen verlassen den Standort Bissendorf, weil die Gemeinde ihnen keine Gewerbeflächen mehr anbieten kann. Dafür gibt es im Mai 2018 ein weiteres Beispiel. Die profilsys GmbH kündigt an, dass sie zum Jahresende ihren Firmensitz im Technologie Centrum Bissendorf aufgeben und in das Meller Gewerbegebiet Gerden Süd ziehen wird. Diese Standortentscheidung bestärkt Bürgermeister Guido Halfter in seinen Bemühungen, das geplante Gewerbegebiet Natberger Feld möglichst bald an den Start zu bringen. Genau dagegen richtet sich die Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“, die in diesem Monat ihr 10-jähriges Bestehen feiert.

Enttäuschung in Hagen: Die Oberschule wird keinen gymnasialen Zweig erhalten. Kommunalpolitiker und Schulleitung hatten gehofft, mit der Einrichtung eines gymnasialen Zweiges den Schulstandort nachhaltig stärken zu können. Dafür hätten mindestens 75 Schülerinnen und Schüler für das neue Schuljahr angemeldet werden müssen, davon mindestens 27 für den gymnasialen Zweig. Mit nur etwas mehr als 50 Anmeldungen wurde diese Vorgabe deutlich verfehlt.

Bad Rothenfelde ist um eine Attraktion reicher. Ein Teilstück der unterirdischen Solegänge wird für die Öffentlichkeit freigegeben. Über eine Wendeltreppe im Kurpark können Besucher jetzt hinabsteigen und die Überreste von Holzrohren bewundern, durch die früher das Quellwasser geleitet wurde.

Blick nach Westfalen

Westerkappeln macht im Mai 2018 durch einen Polizeieinsatz bundesweit Schlagzeilen. In einem Haus in der Friedensstraße wird ein 38-jähriger Mann festgenommen, der am Tag zuvor in Salzgitter seine 30-jährige frühere Lebensgefährtin auf offener Straße mit einem gezielten Kopfschuss getötet haben soll. Hintergrund der Tat soll ein Streit um das Sorgerecht für die vier gemeinsamen Kinder gewesen sein. Die Frau hatte ihren Ex-Freund Ende 2017 gemeinsam mit den vier kleinen Kindern verlassen und war zu Angehörigen nach Salzgitter gezogen. Am Tag der Tat hatte das Amtsgericht Tecklenburg dem als gewalttätig geltenden Mann das Umgangsrecht versagt.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN