Tipps von der Polizei Osnabrück Hitzefalle Auto: Wenn das Baby im geparkten Wagen wie am Spieß schreit

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Autos können bei sommerlichen Temperaturen schnell zur Hitzefalle werden. Foto: dpaAutos können bei sommerlichen Temperaturen schnell zur Hitzefalle werden. Foto: dpa

Osnabrück/Papenburg. Eigentlich sollte es bekannt sein: Bei Hitze steigen die Temperaturen in einem geparkten Auto in kürzester Zeit stark an – so stark, dass es für kleine Kinder oder Hunde lebensgefährlich werden kann. Dennoch müssen Feuerwehr und Polizei immer mal wieder einschreiten und Tiere und Kinder aus Autos befreien.

Der neuste Fall liegt gerade einen Tag zurück: In Papenburg mussten Polizeibeamte am Mittwoch einen Hund aus einem geparkten Auto retten. Eine Zeugin hatte das Tier entdeckt und die Polizei gerufen. Nach Angaben der Polizei hat der Hund fast eine Stunde bei einer Außentemperatur von 30 Grad im völlig überhitzten Wagen verbracht.

Mutter zeigt sich uneinsichtig

Gleicher Tag, anderer Ort: Auf einem Parkplatz vor einer Osnabrücker Kindertagesstätte befand sich ein Baby im Auto, von der Mutter war nichts zu sehen. Eine andere Mutter entdeckte das Kind, das bereits ganz hysterisch gewesen sei. „Das Kind schrie wie bekloppt“, berichtet die Zeugin unserer Redaktion. Sofort habe sie sich auf die Suche nach der Fahrzeughalterin gemacht und diese schließlich auch gefunden, ein Einsatz von Rettungskräften war also nicht nötig. Einsichtig habe sich die Fahrzeughalterin allerdings nicht gezeigt. Offenbar war sie sich keiner Schuld bewusst. „Das Kind hat mindestens zehn Minuten in dem Auto gesessen und wie am Spieß geschrien“, sagt die Zeugin. Dem Kind ist zum Glück nichts passiert.

Im Zweifel die Polizei rufen

Doch wie soll man reagieren, wenn man den Fahrzeughalter nicht so schnell ausfindig machen kann?

„Im Zweifel und bei größerer Unsicherheit: die 110 oder 112 wählen“, sagt Anke Hamker von der Polizei Osnabrück. Natürlich seien das immer Einzelfallentscheidungen, die man in so einer Situation treffen müsse. „Erst einmal Ruhe bewahren und einen Überblick verschaffen“, sagt Hamker. Parkt das Auto vor einem Geschäft, könne man dort das Kennzeichen ausrufen lassen. Aber wirke das Kind bereits apathisch, dürfe man keine Zeit verlieren und im Notfall auch selbst die Scheibe einschlagen – wodurch das Kind natürlich auch verletzt werden könne. Wer Zweifel hat und die Sorge, eine Sachbeschädigung zu begehen und am Ende selbst belangt zu werden, sollte andere Passanten ansprechen und ins Vertrauen ziehen oder, wie bereits erwähnt, die Polizei anrufen und sich so absichern.

Erklärvideo der Polizei

Wer sein Kind in einem überhitzten Auto zurücklässt, begeht womöglich eine Straftat: Man spricht von „Körperverletzung durch Unterlassen“. Zwischen Eltern und ihren Kindern besteht eine sogenannte Garantenpflicht; vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass sie für den Schutz ihrer Kinder verantwortlich sind.

Auf Facebook hat die Polizei Osnabrück erst vor wenigen Tagen einen Beitrag veröffentlicht, der auf die Gefahren von überhitzten Autos hinweist.

Weiterlesen: Hitze im Auto – ein Selbstversuch


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