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30.05.2018, 17:29 Uhr OSNABRÜCKER HANDELSMONITOR

Klappern statt meckern und Osnabrück nicht schlechtreden

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Krahnstraße in Osnabrück. Foto: David EbenerKrahnstraße in Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Handelsmonitor 2018 offenbart eine schlechte Stimmung im Osnabrücker Einzelhandel. So weit, so klar – aber jetzt muss der Aufbruch kommen.

Eine Spirale beginnt sich zu drehen, und das ist gefährlich: Jede Klage über angeblich schlechte Rahmenbedingungen für den Einzelhandel in Osnabrück beschädigt das Image des Handelsstandorts und kommt der Aufforderung an die auswärtige Kundschaft gleich, lieber gleich andere Städte oder die Outlets zu besuchen.

Natürlich bedarf es klarer Worte und schonungsloser Analyse. Nur wer Fehlentwicklungen und Versäumnisse eindeutig identifiziert, kann die richtigen Schlüsse ziehen. Der Handelsmonitor ist in dieser Hinsicht nicht nur ein wichtiges Analyse-Instrument, er kann und sollte auch der Anstoß sein, das Stadium des Lamentierens zu verlassen und die Offensive zu gehen. Warum lässt sich der Handel nicht anstecken vom Optimismus der L&T-Eigner, deren neues Sporthaus wie ein Leuchtturm in die Region strahlt? Warum wird allenthalben über die angeblich schlechte Erreichbarkeit der City gemault, statt die Vorzüge der sehr zentrumsnahen Parkhäuser hervorzuheben? Warum nicht das Positive hervorheben, statt das Schlechte zu betonen?

Es ist ja nicht so, dass die Akteure das nicht wüssten. Was bislang fehlte, ist die Initialzündung, die guten Vorsätze und Ideen auch umzusetzen – und zwar gemeinsam. Bessere Vernetzung von Gastronomie und Handel, ein engerer Schulterschluss, mehr gemeinsame Aktionen, Neuausrichtung des Marketings.

Kurzum: Klappern statt meckern.


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