Röper, Diem, Bergerhoff Beschluss steht: Drei Osnabrücker Straßen werden umbenannt

Von Lena Fischer

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Wird umbenannt: Die Carl-Diem-Straße in Osnabrück ist nach einem Sportfunktionär benannt, der zumindest zeitweise mit den Nazis gemeinsame Sache machte. Foto: Archiv/Jörn MartensWird umbenannt: Die Carl-Diem-Straße in Osnabrück ist nach einem Sportfunktionär benannt, der zumindest zeitweise mit den Nazis gemeinsame Sache machte. Foto: Archiv/Jörn Martens

lf Osnabrück. Jetzt ist es offiziell: Drei Straßennamen mit NS-Bezug werden vom Osnabrücker Stadtplan getilgt.

Der Heinrich-Röper-Weg (Schölerberg) wird umbenannt in Färberweg und die Carl-Diem-Straße (Wüste) bekommt den Namen An der Moorweide. Die Giesbert-Bergerhoff-Straße (Atter) soll von nun an Frida-Schröer-Straße heißen und damit an ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde erinnern. Der Rat der Stadt Osnabrück hat die Umbenennungen kürzlich endgültig beschlossen. (Weiterlesen: Einigung bei neuen Straßennamen – Stadt Osnabrück benennt historisch belastete Straßen um)

Das was bedeutet das konkret? Die Umbenennungen würden rechtskräftig, wenn innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung des Ratsbeschlusses keine Klage eingereicht werde, sagt Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt Osnabrück.

Für die Veröffentlichung und die neue Beschilderung werden demnach für die Stadt Kosten von rund 1500 Euro anfallen. Genauso viel habe auch die Durchführung von Infoveranstaltungen für die betroffenen Anwohner gekostet. Schließlich müssen diese noch schriftlich über die Änderung ihrer Anschrift informiert werden: Hierfür seien rund 300 Euro Kosten veranschlagt worden, so Jürgensen.

Gebührenfreiheit für Anwohner

Für die Anwohner fallen ihm zufolge grundsätzlich keine Kosten an: Die Änderung amtlicher Dokumente sei für Betroffene gebührenfrei. Anders sehe es aber beispielsweise für Firmen aus, die ihre Visitenkarten, Werbematerialien und Ähnliches anpassen müssen.

„Nachdem die Umbenennungen rechtskräftig sind, werden verschiedene öffentliche Verwaltungen benachrichtigt. Diese berichtigen dann ihre Unterlagen und Verzeichnisse“, so Jürgensen. Die Anwohner würden über die neue Adresse informiert und neue Straßenschilder angebracht.

Die alten Straßenschilder bleiben laut Stadt für eine Übergangsfrist von einem Jahr erhalten: Die Namen werden zwar durchgestrichen, sollen aber lesbar bleiben. Bei Bedarf könne Anwohnern die Freiwilligenagentur zur Seite gestellt werden, um Vertragspartner über die neue Anschrift zu informieren.

Umbenennung umstritten

Die Umbenennung hat eine lange Vorgeschichte: Der Arbeitskreis Erinnerungskultur bekam bereits 2012 den Auftrag, Straßennamen zu identifizieren, deren Namensgeber einen nationalsozialistischen Bezug haben, weil sie das NS-Regime auf unterschiedliche Weise unterstützt haben. (Weiterlesen: Lange Vorgeschichte – Straßennamen mit NS-Bezug sollen verschwinden)

Auf der Liste des Arbeitskreises landeten schließlich der Heinrich-Röper-Weg am Schölerberg, die Carl-Diem-Straße in der Wüste und die Giesbert-Bergerhoff-Straße in Atter. Ziel der Umbenennung dieser Straßen ist laut Stadtverwaltung unter anderem auch die Festigung des Profils von Osnabrück als Friedensstadt. Dem würden historisch belastete Straßennamen im Wege stehen.

Einen Stolperstein gibt es für Frida Schröer bereits. Künftig wird an die 1943 von den Nationalsozialisten ermordete Osnabrückerin zusätzlich mit einem Straßennamen erinnert. Foto: Archiv/Martens

Die Anwohner wurden in die Namensfindung mit einbezogen, wobei die geplante Umbenennung überwiegend auf Ablehnung stieß. Einige Betroffene sprachen sich aber auch dafür aus. Die endgültige Entscheidung lag beim Rat – und dieser gab nun grünes Licht.


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