Ausstellung Körperwelten Neuers Fußverletzung – in Osnabrück sichtbar gemacht


pm/hin Osnabrück. Nationaltorwart Manuel Neuer kämpft um seine Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Eine Fußverletzung hat ihn acht Monate aus Gefecht gesetzt. Was macht die Verletzung so kompliziert? Die Antwort geben die Körperwelten-Ausstellung in Osnabrück und der Arzt Dr. Jens Bischof.

Die Macher der Körperwelten-Ausstellung greifen die Diskussion um den Fuß der Nation auf, um auf die aktuelle Schau in der Osnabrück-Halle aufmerksam zu machen. Dort wird ein Exponat gezeigt, an dem sich die Komplexität dieser Verletzung zeigen und erklären lässt, warum der Knochenbruch so schlecht heilt. Manuel Neuer hatte sich die Verletzung schon im März 2017 zugezogen. Seit September 2017 hat er kein Pflichtspiel mehr für Bayern München oder die Nationalmannschaft bestritten. Im Testspiel am Montag im Trainingslager spielte Neuer eine Halbzeit, am Samstag gegen Österreich soll Neuer die nächste Chance bekommen. Was ist mit seinem Fuß passiert?

Es handele sich um einen Bruch des fünften, also äußersten Mittelfußknochens, am Übergang von der Basis zum Schaft, etwa 1,5 bis zwei Zentimeter vom Gelenk zwischen Fußwurzel und Mittelfuß entfernt, sagt Dr. Jens Bischoff, Fuß- und Sprunggelenkchirurg an der Paracelsus-Klinik in Osnabrück. Dieser Bruch sei nach dem orthopädischen Chirurgen Sir Robert Jones (1858- 1933), als Jones-Fraktur benannt. Solch ein Bruch trete entweder zum Beispiel durch Umknicken des Fußes oder als sogenannter Ermüdungsbruch durch chronische Überlastung auf, letzteres gehäuft bei Sportlern, insbesondere auch Fußballern.

Dass dieser Knochenbruch schlecht heile, liege an der anatomisch bedingt schlechten Durchblutung des Knochens in diesem Bereich. Hierdurch komme es gehäuft zu einer verzögerten oder sogar ausbleibenden Knochenheilung, einer Pseudarthrose. „Üblicherweise sind diese Brüche nicht wesentlich verschoben und können ohne Operation, also konservativ durch Ruhigstellung in einem Gipsverband oder einem orthopädischen Stiefel für etwa sechs Wochen, behandelt werden“, sagt der Mediziner. Bei Leistungssportlern tendiere man jedoch zur operativen Therapie, um eine schnellere Belastbarkeit und höhere Heilungsraten zu erreichen. Dabei werde in der Regel über einen kleinen Schnitt eine Schraube in den Markraum des fünften Mittelfußknochens über den Bruch eingebracht, um diesen von innen zu stabilisieren. Auch die Stabilisierung durch eine Platte mit Schrauben sei möglich, hierzu seien jedoch größere Schnitte erforderlich.

Wie der Osnabrücker Facharzt weiter berichtet, wurde auch bei Manuel Neuer zunächst eine Schraube eingesetzt. Danach sei es zu einem erneuten Bruch gekommen, woraufhin die Schraube entfernt und eine Platte eingesetzt worden sei. Auch danach heilte der Bruch nur langsam.

In der Ausstellung „Körperwelten – Eine Herzenssache“ in der Osnabrück-Halle können sich Besucher Lage und Beschaffenheit des betreffenden Mittelfußknochens in Form eines extra gekennzeichneten Plastinats genauer anschauen. Noch bis zum 2. September hat die Ausstellung täglich geöffnet. Nähere Informationen über Events und Tickets gibt es auf www.koerperwelten.de/osnabrueck