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29.05.2018, 18:00 Uhr NEUE FENSTER?

Der Preis für einen autofreien Neumarkt steigt

Von Wilfried Hinrichs


Foto: David EbenerFoto: David Ebener

Osnabrück. Will die Ratsmehrheit in Osnabrück den Neumarkt autofrei machen, muss sie etwas für den Wallring tun – entweder viel Geld in die Hand nehmen oder zu unpopulären Maßnahmen wie Tempo 30 greifen. Der Preis für einen attraktiven Neumarkt steigt.

Denn über allem schwebt das laufende Gerichtsverfahren. Das Oberverwaltungsgericht hat im Eilverfahren erkennen lassen, dass die Neumarktsperrung rechtlich wohl nur haltbar ist, wenn die Wall-Anwohner nicht zusätzlich durch Lärm und Schadstoffe belastet werden. Jetzt wissen wir, dass 700 Stockwerke, die sich, großzügig überschlagen, mit Wohnungen gleichsetzen lassen, betroffen wären. Aber keiner weiß zurzeit, wie viele Fenster ausgetauscht werden müssten und was das die Stadt kosten würde. Ein unkalkulierbarer Posten, vielleicht sogar ein Fass ohne Boden.

Was bleibt dann noch, um den Lärm zu reduzieren? Flüsterasphalt: auch teuer. Lkw-Verbot: schwer durchsetzbar. Tempo 30: ein Ärgernis für Autofahrer, Pendler, Shoppingkunden. Egal, welches Mittel der Rat am Ende wählt: Er wird dafür Kritik ernten.


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