Stadt soll informieren Hellern: Anwohner wehren sich gegen Baugebiet am Kampweg

In Hellern will die Stadt ein neues Baugebiet ausweisen.  Am Kampweg formiert sich nun eine Initiative dagegen.  Foto: André HavergoIn Hellern will die Stadt ein neues Baugebiet ausweisen. Am Kampweg formiert sich nun eine Initiative dagegen. Foto: André Havergo

Osnabrück. In Hellern formiert sich eine Initiative gegen ein neues Baugebiet am Kampweg. Anwohner rufen die Politiker auf, ihre Haltung zu der Planung offenzulegen, bevor es zum Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan kommt.

Am Donnerstag wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit einer Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines Bebauungsplans befassen. Aus Gründen der Transparenz, so schreibt Anja Edge als Sprecherin der Anliegergemeinschaft Kampweg/Tongrubenweg/Lipper Straße, sollte die Stadt ihre Bürger über das Vorhaben informieren. Das nächste Bürgerforum für Hellern sei aber erst für den 1. November geplant.

In ihrer Stellungnahme weist sie darauf hin, dass die als Baugebiet angedachten Flächen am Kampweg noch vor zehn Jahren bewusst als Abgrenzung des Siedlungsbereichs zur freien Landschaft definiert wurden. Nach der Erschließung anderer Siedlungen in Hellern sprächen heute mehr Gründe als damals dafür, die Flächen wegen ihrer besonderen Bedeutung für Natur und Landschaft zu erhalten.

Am Kampweg, in unmittelbarer Nähe der Düte, gebe es noch Vögel, die auf der „Roten Liste“ stehen wie Eisvogel, Grünspecht, Haubentaucher oder Kiebitz. Seit Bestehen des Neubaugebiets „Im Steerte“ sei es aber schon zu einem erheblichen Rückgang von Amphibien gekommen.

Ein Teilbereich der Fläche liege außerdem im Überschwemmungsgebiet für ein 250-jähriges Hochwasser der Düte. Angesichts der aktuellen Wohnraumknappheit dürfe die Stadt „keine überstürzte Bebauung“ wertvoller Flächen planen, die dann für die nächsten Generationen verloren seien.

Die Anwohner fürchten aber auch, dass sich die geplante Bebauung nicht in die räumliche Umgebung einfügt. Falls Wohnungen nach sozialen Kriterien vergeben würden, könne sich das außerdem negativ auf das Klima im Viertel auswirken.


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