Winterdienst auf Radwegen Osnabrücker Servicebetrieb will Radwege besser räumen

Von Dietmar Kröger

Matschige Radwege in der Stadt sind eine Gefahr für Radler Foto: Jörn MartensMatschige Radwege in der Stadt sind eine Gefahr für Radler Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Bei Temperaturen knapp unter 30 Grad Celsius den Winterdienst auf Radwegen zu diskutieren, mutet befremdlich an. Gleichwohl stand diese Diskussion im Ausschuss für den Osnabrücker Servicebetrieb nach den Schneefällen im vergangenen Dezember auf der Tagesordnung.

Es ist schon fast Routine: Alle Jahre wieder wird es Winter und fast alle Jahre fällt Schnee, manchmal mehr, manchmal weniger. Und im gleichen Rythmus gibt es alle Jahre wieder eine Diskussion um den Winterdienst auf Radwegen. So auch im vergangenen Dezember.Am zweiten Wochenende war mal wieder ein bisschen mehr der weißen Pracht aus den Wolken gefallen, woraufhin es der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Michael Hagedorn, den Flocken gleichtat und dem OSB angesichts glatter Radwege „unfassbare Untätigkeit“ vorwarf.

135 Kilometer Radwege

Und schon entspann sich mit dem Vorwurf des „Unfassbaren“ eine Diskussion um das „Unmachbare“, denn laut OSB sind der blitzblanken Reinigung von Radwegen durchaus Grenzen gesetzt. Zum Beispiel, so OSB-Chef Axel Raue vor dem Ausschuss, würden die Radwege durch die Räumung der Straßen zugeschüttet, da die Räumfahrzeuge ihre Schneelast nach rechts abladen müssten. Nach dem Dezemberschnee überlege man nun in seinem Haus, ob denn der Schnee auch nach links, mithin in die Straßenmitte, geschoben werden könne. Anfängliche Bedenken gegen dieses Vorgehen wurden vom Kommunalen Schadensausgleich, dem Versicherer der Kommunen, ausgeräumt, so Raue. Gleichzeitig seien die zu räumenden Radstrecken in den vergangenen Jahren durch das Bemühen der Stadt, den Fahrradverkehr zu fördern, kräftig auf mittlerweile 135 Kilometer – teils auf dem Hochbord, teils auf Straßenniveau – angewachsen. „Mit diesem Anstieg muss der OSB irgendwie mithalten.“

Versuch mit Blähton

Das könnte er laut Raue mit zusätzlichem Gerät. Will heißen, durch die Anschaffung weiterer für die Räumung von Radwegen tauglicher Fahrzeuge könnte es im Winter für die Radler sicherer werden. Im Sommer könnten die Fahrzeuge dann für andere Aufgaben eingesetzt werden. Und was ist mit dem Einsatz von Streugut? Wie so vieles im Leben, ist auch das nicht so einfach. Salz fällt aus. Das darf auch der OSB auf Rad-und Gehwegen nicht einsetzen. Normaler Split schafft Verdruss beim technischen Gerät, weil die scharfkantigen Körnchen beim Frühjahrsputz das Innenleben der Kehrmaschinen attackieren. Nun will es der OSB mit Blähton versuchen. Das runde Granulat soll die Wege abstumpfen und ist gleichzeitig für die Maschinen bekömmlicher.

Beratung in den Fraktionen

Für ein sicheres Radfahren auch im Winter sei die Schneefreiheit der Radwege unabdingbar, so Birgit Strangmann für die Grünen. Sie habe aber Verständnis, wenn die von Raue angeführten Überlegungen zunächst noch in den Fraktionen beraten werden sollten. Thomas Niemann (CDU) brach eine Lanze für den ÖPNV, dem beim Winterdienst Priorität eingeräumt werden müsse. Währendessen fragte sich Gisela Brandes-Steggewentz, „auf welches Niveau wir die Radwege denn bringen müssen.“ Außerdem erinnerte sie daran, dass es wohl auch natürliche Grenzen des Machbaren gebe.

Investitionen für schneefreie Radwege

Auf eine Abstimmung über Anträge der Grünen und der SPD, die den OSB zum Handeln auffordern, ließ Ausschussvorsitzender Heiko Panzer nicht mehr abstimmen, da die Anträge sich durch Handeln des OSB erledigt hätten. Als nächstes Gremium wird sich wahrscheinlich der Verwaltungsausschuss mit dem Winterdienst befassen, wenn der OSB eine Beschlussvorlage mit den Maßnahmen und wohl auch Investitionen für schneefreie Radwege erstellt hat.