„Lese-Rampe“ in Osnabrück Autor Andreas Mand empfiehlt sein Frühwerk nicht

Von Anne Reinert

Andreas Mand bei der „Lese-Rampe“ im Osnabrücker Unikeller. Foto: Thomas OsterfeldAndreas Mand bei der „Lese-Rampe“ im Osnabrücker Unikeller. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit Andreas Mand war bei der jüngsten „Lese-Rampe“ im Unikeller wieder ein Autor mit einem etwas höheren Bekanntheitsgrad zu Gast. Er las aus „Das rote Schiff“, das in seiner Studienstadt Osnabrück angesiedelt ist.

Begeisterung sieht anders aus. Als Moderator Harald Keller dem Publikum die „Inneren Unruhen“ von Andreas Mand ans Herz legen will, wird er vom Autor selbst unterbrochen. Nein, dieses experimentelle Frühwerk sei nicht gut, so Mand. Seine klare Empfehlung: Bloß nicht lesen.

Die unerwartete Reaktion sorgt für Belustigung bei der „Lese-Rampe“ im Unikeller. Die monatliche Lesereihe präsentiert Autoren mit Osnabrück-Bezug. Andreas Mand studierte einst in Osnabrück Medienwissenschaften, zog 1990 aber nach Berlin und lebt heute in Minden.

„Chronist deutschen Alltags“

Seine Studienstadt hat Eingang in sein Werk gefunden, unter anderem in die „Kleinstadthelden“ und in „Das rote Schiff“, aus dem er einen Auszug vorträgt. Auch seine späteren Wohnorte sind Schauplätze von Mands Werken. Um die geht es bei der „Lese-Rampe“ wegen des fehlenden Bezugs zur Friedensstadt freilich nicht. 

Die Lesung weckt Neugierde auf den Autor, der laut „Süddeutscher Zeitung“ ein „noch immer unterschätzter, wichtiger Chronist deutschen Alltags“ ist. Das liegt allein an Sätzen wie: „Ich dachte über mein Leben nach. Mir fiel nichts ein.“ Diese Kunst hat ihm nicht nur gute Rezensionen und Bekanntheit verliehen, sondern im letzten Jahr auch ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles.