Mehr studentische Arbeitsplätze Osnabrücker Uni-Bibliothek Alte Münze erhält Anbau

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Osnabrück. Die Osnabrücker Uni-Bibliothek Alte Münze soll einen Anbau bekommen, damit mehr studentische Arbeitsplätze im Gebäude untergebracht werden können. Bei diesem Spatz in der Hand wird es wohl vorläufig bleiben, denn für die seit Langem geplante große Lösung fehlt das Geld.

1986 ging die Uni-Bibliothek am Kamp in Betrieb. Zwar verfügt sie über Lesesäle mit 340 Arbeitsplätzen, einen Gruppenarbeitsbereich im Erdgeschoss und Räume für kleinere Arbeitsgruppen, aber damit wird sie den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht. „Es fehlen studentische Arbeitsplätze in der Bibliothek“, sagt Wilfried Hötker, der Vizepräsident der Universität. Regelmäßig bekomme er Beschwerden von Studenten über die unzureichenden Arbeitsbedingungen auf den Tisch.

450 Quadratmeter zusätzliche Fläche

Mit einer Geldspritze aus dem Hochschulpakt-Invest, einem Finanzierungsprogramm des Landes, soll die räumliche Situation nun verbessert werden. 450 Quadratmeter zusätzliche Fläche, verteilt auf drei Ebenen, soll die Erweiterung erbringen, wie Matthias Dieler, der Dezernent fürs Gebäudemanagement, erläutert. Mit dem Anbau am Nordflügel wird die Uni-Bibliothek noch etwas näher an die Kamp-Promenade heranrücken. Die lichte Weite für den Durchgang wird dann von knapp 15 Metern auf die Hälfte schrumpfen.

Mit der Gestaltung des Erweiterungsbaus sind die Architekten des Planungsbüros Rohling (pbr) befasst, die Realisierung hat für die Uni Priorität. Ende 2020, so hofft Vizepräsident Hötker, werden die neuen Räume zur Verfügung stehen. Die Kosten beziffert er auf 1,9 Millionen Euro.

Mit diesem überschaubaren Bauprojekt lässt sich zwar die größte Not in der Bibliothek am Innenstadt-Campus lindern, die vornehmlich von den Geisteswissenschaften genutzt wird. Aber im Vergleich zu früheren Ambitionen erscheinen die angepeilten 450 qm bescheiden. Schon vor 20 Jahren, als die Überlegungen für die Kamp-Promenade konkreter wurden, gab es Pläne, die Uni-Bibliothek in das Einkaufszentrum zu integrieren. Doch die Finanzierung ließ sich nicht übers Knie brechen, und die Uni zog zurück.

Mehr Platz für Fahrräder

2012 änderte die Stadt Osnabrück den Bebauungsplan Nr. 377 (Alte Münze/Große Hamkenstraße), um der Bibliothek zu neuer Größe zu verhelfen. Fast die gesamte Freifläche auf dem Grundstück sollte damit ausgenutzt werden. Das staatliche Baumanagement schätzte damals die Kosten auf 20 bis 30 Millionen Euro. Aber die Uni hatte es nicht besonders eilig, weil andere Bauvorhaben Vorrang hatten.

So kam es zu einer kuriosen Situation: Der Bebauungsplan wurde zwar vom Osnabrücker Rat verabschiedet, aber nicht veröffentlicht, deshalb erlangte er keine Rechtskraft. Es fehlte nämlich noch eine klare Vorgabe, wie viele Fahrräder auf dem Bibliotheksgelände abgestellt werden müssen. Mit ihrer Stellplatzsatzung von 2016 hat die Stadt für Rechtssicherheit gesorgt, wie es Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, erläutert. Und weil jetzt Klarheit besteht, soll der Bebauungsplan nun in Kraft treten. Ob die große Lösung für die Uni-Bibliothek jemals realisiert wird, ist einstweilen offen. Für die Uni-Spitze hat sie jedenfalls „nicht die erste Priorität“, wie Vizepräsident Hötker betont.


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