Viel los zwischen Villa und Zoo 10. Familientheaterfest zeigt Kleinkunst unter freiem Himmel

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Premiere und Jubiläum 
              
              zugleich: Die Villa Hecker der Bohnenkampstiftung war zum ersten Mal ein Schauplatz des Familientheaterfestes „Kuck mal!“. Foto: André HavergoPremiere und Jubiläum zugleich: Die Villa Hecker der Bohnenkampstiftung war zum ersten Mal ein Schauplatz des Familientheaterfestes „Kuck mal!“. Foto: André Havergo

Osnabrück. Theater, Musik und Kleinkunst an allen Ecken. Bereits zum zehnten Mal luden sämtliche Kinder- und Familienkulturveranstalter zum gemeinsamen Familientheaterfest „Kuck mal!“ ein, zum ersten Mal allerdings an Standorten rund um den Zoo.

Dabei konnten die neugierigen Besucher über drei Routen mit jeweils drei Stationen geführt werden oder einfach selbst mal überall gucken, „was da los ist“, wie es im Motto-Song hieß, mit dem die von Katrin Orth vom Musiktheater Lupe künstlerisch geleitete Jubiläumsausgabe bei strahlendem Sonnenschein und mit viel Blech buchstäblich weggeblasenen Wolken unter dem Balkon der Villa der Bohnenkampstiftung eröffnet wurde – ein besonders geschichtsträchtiger Ort, denn hier lebte und wirkte der Osnabrücker Künstler Franz Hecker. Dessen Türanklopfer, den er im Jahr 1912 als ersten Baustein seines neuen Hauses am Schölerberg von einer Englandreise mitbrachte, diente als Symbol für jene Entdeckungsreisen, die man dann unternehmen konnte, um zu schauen und zu staunen, was sich alles hinter Türen und Fenstern versteckt. Oder auch hinter den Bäumen auf dem wohltuend abkühlenden Waldweg zwischen Villa und Zoo, wo Dr. Doolittle Tiere aus Nele Jamins Werkraum plus behandelte, die etwas Anderes sein wollen als sie selbst.  Ein „Zoocurity“-Mitarbeiter samt Drachenhandpuppe Drako sorgte als weiterer „Walking Act“ für Unterhaltung auf dem Weg. Im Wald ließ das Ein-Frau-Theater Fundulus ein „Raupenwunder“ geschehen, während das Ein-Mann-Theater Spielraum vor dem Zooeingang eben jenen nutzte, um „Steinsuppe“ zu servieren. Kein Tiger im Tank, sondern im Boot schipperte über den See und gegenüber im Atrium gab das Theater Osnabrück Kostproben aus der „kleinen Meerjungfrau“.

Auf den Spuren von Franz Hecker

Im Innern der Villa erfuhren die Besucher von Vorbesitzer Franz Hecker persönlich, dessen Geist der Schauspieler Konrad Haller verkörperte, wie er seinerzeit als erfolgreicher Landschafts- und Auftragsmaler reiche Bürger porträtiert hat und dass er den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt hat. Das Streichquartett der Musik- und Kunstschule untermalte den Bericht adäquat, während die Horngruppe im Gartenrondell aufspielte. Das von Tine Schoch gespielte dicke Schaf Wolfgang „Wolle“ Winkler animierte zum Tierstimmen Nachahmen und lud ins Gartenhaus ein, das es zum „Schafhaus“ umfunktioniert hatte. Die „Trippel-Trappel“-Wendeltreppe im Naturkundemuseum am Schölerberg wurde zum Schauplatz für eine rhythmische Aufführung von Kindern der Rückertschule und einer Gesangsdarbietung von „Apollo und Hyacinth“. Bei einem Rundgang durch den unterirdischen Zoo wurden die Besucher von Riesenratten überrascht, die als Bläserquintett beherzt aufspielten.  

Erzähl-, Tanz- und Musiktheater

Im weitläufigen Garten hinter dem Museum erspann Sabine Meyers Erzähltheater parallel zum Sinnespfad fantasievolle Geschichten etwa übersprechende Bäume. Sprechende, tanzende und singende kleine Schauspieler probten den „Aufstand der Tiere“ – als speziell für das Familientheaterfest einstudierte Kurzversion des unverblümt schweinefeindlichen Kindertheaterstücks des Musiktheaters Lupe. Einen Ausschnitt aus ihrem Stück „Tinka!“ zeigten unter der Leitung von Musikpädagogin Tamara McCall drei Studierende des Instituts für Musik unter einem Sonnensegel vor dem Geräteschuppen. Als die Sonne verschwunden und nur noch ein einziges Tier noch nicht vollständig von Dr. Doolittle austherapiert war, trafen sich zum Finale noch einmal alle Teilnehmer an der Hecker-Villa, um das bunte Guck- und Hörfestival buchstäblich ausklingen zu lassen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN