Konzertreihe Berührende Musik des jungen Mozart

Von Alexander Stukenbrok

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Schwungvoll und spritzig spielten die Osnabrücker Sinfoniker unter Leitung von Andreas Hotz. Foto: Hermann PentermannSchwungvoll und spritzig spielten die Osnabrücker Sinfoniker unter Leitung von Andreas Hotz. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Im Rahmen von „Mozart aufgeklärt – Plus“ wurden bei dem dritten Schlosskonzert Sinfonien von Carl Friedrich Abel, Johann Christian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. In enger Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Sinfonikern übernahmen Carina Lasch Lind und Stefan Hanheide die Werkeinführung. Die musikalische Leitung hatte Andreas Hotz.

Es sind die Superstars ihrer Zeit – Carl Friedrich Abel und Johann Christian Bach. Gemeinsam bestimmen sie die Londoner Musikszene der 1760/70er Jahre. Ihre „Bach-Abel-Concerts“ erfreuen sich größter Beliebtheit. Als der junge Mozart 1764 auf seiner Europatournee in London einkehrt, trifft er auf eine reiche Kulturlandschaft. Fünfzehn Monate verkehren die Mozarts in London, Zeit genug für den jungen Amadeus sich einem intensiven Studium der Musik vor Ort zu widmen. Besonders die Kompositionen Bachs und des heute wenig bekannten Gambenvirtuosen Abel machen großen Eindruck auf ihn. Mozarts Sinfonie Nr.5 in B-Dur (KV 22) belegt diese Londoner Einflüsse.

Ebendiesen kompositorischen Einflüssen des jungen Wunderkindes sind Stefan Hanheide und Carina Lasch Lind auf der Spur. Sie zeigen dem Zuhörer musikalische Parallelen und kompositorische Besonderheiten der Werke auf. Dies gelingt auch ohne zwangsläufig wissen zu müssen, was ein Dominantseptakkord oder was eine Grundtonrepetition im Bass ist. Jenen Spagat schafft die Konzertreihe grandios. Unterstützt werden die Ausführungen von den Osnabrücker Sinfonikern, die die passenden Klangbeispiele spielen.

Die Musik wird von den Sinfonikern gewohnt schwungvoll und spritzig vorgetragen mit einem Dirigenten, der sich in jeden Akkord hineinwirft und jeden Ton auskostet. Die warmen Klänge des Orchesters passen zum sonnigen Wetter. Dass die Aufführung von drei frühklassischen Sinfonien nicht schnell ermüdet und nicht an Spannung verliert, ist vermutlich der guten Werkseinführung geschuldet. Obwohl inhaltlich wenig Abwechslung vorhanden ist, bezaubert die wohltuende Musik regelrecht. Beinahe ungläubig muss man vernehmen, wie gut die Musik des neunjährigen Mozarts bereits ist. Gegenüber den Werken der Komponisten Bach und Abel besteht sie glänzend, was Stefan Hanheide betont: „Das Besondere ist, dass ein noch nicht Zehnjähriger eine solche berührende Tiefe schreiben kann.“


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