Deutschland-Studie In der Stadt Osnabrück lebt es sich besser als im Landkreis

Von Lea Becker

Der Schlossgarten in Osnabrück bietet Natur mitten in Stadt und entsprechend auch Freizeitmöglichkeiten. In dieser Kategorie schneidet die Stadt bei der Deutschland-Studie besonders gut ab. Foto: David EbenerDer Schlossgarten in Osnabrück bietet Natur mitten in Stadt und entsprechend auch Freizeitmöglichkeiten. In dieser Kategorie schneidet die Stadt bei der Deutschland-Studie besonders gut ab. Foto: David Ebener

Osnabrück. Wo lebt es sich am besten in Deutschland? Eine neue Studie zeigt, dass die Lebensqualität in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Dabei schneidet die Hasestadt besser ab als die Region.

„Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“ – vor ein paar Jahren belegte eine Umfrage, dass in der Stadt die glücklichsten Menschen Deutschlands leben. Das war aber eine reine subjektive Einschätzung. Jetzt zeigt die neue Studie des ZDF, dass die Lebensqualität in unserer Region gar nicht so gut sein soll.

24.000 Datensätze ausgewertet

Osnabrück erreichte nur 162 von maximal 300 Punkten. Das bedeutet Rang 257 von 401 untersuchten Kreisen und kreisfreien Städten. Noch schlechter schnitt der Landkreis ab: Platz 306 mit 155 Punkten.

Bei der Deutschland-Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des ZDF durchgeführt hat, wurden 24.000 Datensätze untersucht. Darunter waren beispielsweise die Kriminalstatistik, das Ärzteregister, Statistiken von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Umweltbundesamt. Befragungen von Bürgern und Diskussionen wurden bewusst nicht in die Bewertung der Regionen einbezogen, um ein rein objektives Ergebnis zu erhalten.

Extrem viele Vereine in der Stadt

Die Daten wurden 53 Kategorien zugeordnet, aus denen die drei Themenschwerpunkte Arbeit und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit und Kultur gebildet wurden. Für jede Kategorie gab es Punkte, zum Beispiel für eine niedrige Arbeitslosenquote, hohe Lebenserwartung oder Anteile von Erholungsflächen. Je höher die Punktzahl, desto besser die Platzierung.

Punkten kann die Stadt Osnabrück besonders in der Kategorie Freizeit und Natur. In diesem Bereich landete die Hasestadt auf Rang 95. Besonders auffällig: Es gibt extrem viele Vereine. Je 1000 Einwohner liegt der Anteil der Vereine in Osnabrück bei 17,3, bundesweit nur bei 7,3. Damit kommt die Stadt in dieser Kategorie bundesweit auf den zweiten Platz. Auch mit dem Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche (4,4 Prozent, Teilrang 66) kann die Stadt punkten.

Freizeit und Natur besonders schlecht im Landkreis

In dem Themenfeld Gesundheit und Sicherheit schneidet die Stadt hingegen deutlich schlechter ab: 49 Punkte bedeuten Rang 345. Besonders die Altersarmut (Teilrang 379) und der Anteil der Gewaltverbrechen (Teilrang 394) stechen negativ heraus.

Der Landkreis erzielt sein bestes Ergebnis im Bereich Arbeit und Wohnen (62,7 Punkte, Rang 130) und liegt damit deutlich vor der Stadt (54,7 Punkte, Rang 281). Auch im Bereich Gesundheit und Sicherheit liegt die Region mit 57 Punkten und Platz 202 vor der Stadt.

Im Vergleich zur Region gut

Lediglich im Themenfeld Freizeit und Natur hinkt der Landkreis deutlich hinterher und landet nur auf dem 387. Platz (35,8 Punkte). Besonders schlecht ist die Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter. Diese liegt in der Region bei 15,7 Prozent, bundesweit bei 44,8.

Im Vergleich mit anderen Landkreisen in der Region schneidet Osnabrück gut ab. Das Emsland landet auf Rang 332 (152 Punkte), der Landkreis Oldenburg auf Platz 344 (149) und die Region Cloppenburg auf Rang 381 (138). Lediglich der Landkreis Vechta ist als 288. (157) besser.

München an der Spitze

Die lebenswerteste Stadt ist laut der Studie München. Mit 207 Punkten steht es an der Spitze des Regionen-Rankings, gefolgt von Heidelberg (205) und Starnberg (204). Ganz unten steht Gelsenkirchen mit 109 Punkten.


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