Hagen, Wallenhorst, GMHütte, Rothenfelde Sahneeisberg mit Erdnussgeröll: Neue Trends in Eisdielen der Region


Osnabrück. Italienisches Eis ist in aller Munde, doch die Eissorte des Jahres 2018 ist laut Uniteis, dem Verband italienischer Speiseeishersteller, Deutschland gewidmet: „German Black Forest“ ist die Schwarzwälder Kirschtorte als Eis, erklärt Daniel Rizzi von der gleichnamigen Eisdiele in Hagen.

In Hagen am Teutoburger Wald dreht sich natürlich auch bei der kühlen Leckerei vieles um die Kirsche. Aber nicht nur: „Es geht nicht immer alles zu jeder Jahreszeit“, sagt der Mitinhaber des Eiscafés an der Osnabrücker Straße und betont: „Wir verarbeiten die Rohstoffe je nach saisonaler Verfügbarkeit.“ Wir, das sind er und sein Vater Pietro. Im Wechsel würden verschiedene, auch neue Kreationen „thematisiert“, jetzt in der Erdbeersaison „Gerichte mit Erdbeeren“. Neue Fruchteissorten seien Cassis und Maulbeere. Zurzeit sei Passionsfrucht am meisten gefragt, aber auch Sanddorn, Joghurteis oder Mascarpone-Holunder gibt es zeitweise.

Käsekucheneis mit Walderdbeeren

Besonders beliebt sei auch Käsekucheneis: „Das ist ein Milcheis mit Frischkäse und Walderdbeeren, die aus Südtirol geliefert werden“, erläutert der Eisdielenchef. Auch Pistazieneis liege im Trend; die grünen Nüsse aus einer sehr guten Ernte im vergangenen September bezieht Rizzi aus Bronte in Sizilien. Zur Kirschenzeit serviert er Kirscheis mit dunkler Schokolade, zur Melonenzeit Eis aus Cantaloupe-Melonen und wenn die beiden Imker vor Ort Honig geschleudert haben, gibt es Honigeis mit gerösteten Mandeln.

Zum Herbst wieder Orientalisches

Für Gesundheitsbewusste macht er auch mal Sorten wie Avocado, Kaktusfeige oder Ricotta mit Zwetschgen oder Datteln. Immer noch nachgefragt, aber erst zum Herbst neu aufgelegt werde auch seine eigens für die 14 Tage von Horses und Dreams entwickelte Kreation „Geschmack des Orients“ mit Kardamom, Sternanis, Pistazie und Mandel. Auch Mohn-Marzipan sei eher eine Sorte für kühlere Tage.

Bei Wärme Sorbets gefragt

Gianni Mucignat vom Wallenhorster Gelateria-Café Gianni bestätigt, dass bei sommerlicher Wärme eher Fruchteis und Sorbets gefragt sind, während bei sinkenden Temperaturen die Beliebtheit von Schokolade, Nuss und Co. steigt. Apfel, Kirche, Cola-Orange, aber auch Mango, Heidelbeer, Melone kommen nach seinen Worten neben den gängigen Sorten gut an.

Sambuca-Eis und Mint-Lakritze

In der Vitrine hat er täglich 22 Sorten, die ganze Saison hindurch bietet er insgesamt 70 bis 80 Sorten zum Teil im Wechsel an. „Die Leute probieren gerne“, sagt Gianni Mucignat, der seit mehr als vier Jahrzehnten Eis macht. Die fahrbare Eisgondel, aus der er in der Anfangszeit in Osnabrück verkaufte, hat er noch heute. Zurzeit kann man sich bei ihm neben Joghurt- und Salzkaramelleis auch so ausgefallene Sorten wie Sambuca und Mint-Lakritze auf der Zunge zergehen lassen.

Quark mit Mandarine

Im Eiscafé Breda in Bad Rothenfelde sind nach Auskunft von Mitarbeiter Luca de Martin derzeit die neuen unter den 28 Eissorten sehr populär: griechischer Joghurt mit Honig, Pfirsich-Birne, Tartufo mit Rum und Krokant, Quarkeis mit Mandarinensoße und „Oasis“. Letzteres ist eine Kombination aus Zabaione, Amarenakirschen und Schokoglasur: „Das finden die Kunden richtig lecker.“

Keine Experimente gibt es bei San Remo in Georgsmarienhütte: „Die alten Klassiker laufen immer“, sagt Luigi Galzerano. Gute Qualität sei wichtig: „Wir brauchen keine neuen Sorten.“

Vegan und laktosefrei

Die Produktqualität liegt auch Nicole Berg von der Eisdiele „EisBerg“ in Osnabrück-Sutthausen am Herzen. Sie macht zwar das Eis nicht selber, wohl aber das ganze Drumherum, also Soßen, Toppings, Waffeln, Törtchenböden. „Ich habe mir Gelato Classico als Lieferanten ausgesucht, weil der alle Zutaten aus der Region bezieht und ohne künstliche Farbstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe verarbeitet“, betont sie. Bei ihr gibt es Fruchteis – sehr beliebt: Grüner Apfel, Himbeere, Heidelbeere, Melone – ausschließlich als Sorbets, also „alles ohne Milch gemacht“. Vegan und laktosefrei liege auch bei Eis voll im Trend: „Die Nachfrage nimmt zu.“

Markenzeichen der Sutthauser Eisdiele „EisBerg“: Der Eisberg mit Schokoladengletscher, Salzkaramelllawine und Erdnussgeröll. Foto: Gert Westdörp

Schokogletscher mit Salzkaramelllawine

Ihr „Markenzeichen“ und am gefragtesten aber sei der Eisberg: „Sahneeis mit Schokoladengletscher, Salzkaramelllawine und Erdnussgeröll“. Dazu gebe es jeden Monat eine neue, zusätzliche Variante, erzählt Nicole Berg stolz: In diesem Monat „mit frischen Himbeeren, Himbeerlawine und hausgebackenen Browniestückchen“. Stark gefragt sei auch die Eispraline „Ecuador“ aus dunkler Schokolade mit 70 Prozent Kakaoanteil, „gefüllt mit selbst gemachtem Eierlikör und umhüllt von einem Vollmilchwaffelkranz“.

Waffeln aus Konditorenteig

In einer „normalen“ und einer veganen Variante gibt es bei ihr das „Eisbergtörtchen“. Bei Ersterer ist der Boden mit Butter und Ei gebacken, bei Letzterer mit Sojamehl und Sojamilch; beide werden lauwarm serviert. „Das ist Wahnsinn, wie gut die laufen“, freut sich die „EisBerg“-Inhaberin. Und noch eine eigentlich nur für den Winter gedachte Spezialität hat sie wegen der großen Nachfrage ins Dauerprogramm übernommen: hausgemachte heiße Waffeln „aus Konditorenteig ohne Backtriebmittel. Nur Eier, Sahne, Butter, Mehl und Zucker kommen da rein, sonst nichts!“


Adressen und Öffnungszeiten

  • Eiscafé Rizzi: Hagen a.T.W., Osnabrücker Str. 1, montags bis sonntags 10 bis 21.30 Uhr;
  • Gelateria-Café Gianni: Wallenhorst, Rathausallee 17, montags bis sonntags 10 bis 22 Uhr;
  • Eiscafé Breda: Bad Rothenfelde, Salinenstr. 3. montags bis sonntags 9.30 bis 19 Uhr;
  • Eiscafé San Remo: Georgsmarienhütte, Oeseder Str. 71, montags bis freitags 9.30 bis 18.30 Uhr;
  • Eisdiele EisBerg: Osnabrück, Hermann-Ehlers-Straße 7, montags bis sonntags 13 bis 20 Uhr.
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