Leben auf Platte Osnabrücker Schüler malen zum Thema Wohnungslosigkeit

Von Danina Esau

Die Gewinner:  Rayane Louhichi (1. Platz 12. Klasse, EMA-Gymnasium), Evelyn Losing (1. Platz, Klasse 10, Ursulaschule) und Marco Lindenberg (1. Platz, Klasse 7-9, IGS). Hintere Reihe: Die Jury: Thomas Kater, Günther Bensmann, Melina Wischmeyer und Gerald Krause. Foto: Swaantje HehmannDie Gewinner: Rayane Louhichi (1. Platz 12. Klasse, EMA-Gymnasium), Evelyn Losing (1. Platz, Klasse 10, Ursulaschule) und Marco Lindenberg (1. Platz, Klasse 7-9, IGS). Hintere Reihe: Die Jury: Thomas Kater, Günther Bensmann, Melina Wischmeyer und Gerald Krause. Foto: Swaantje Hehmann

des Osnabrück. „Ich mache mir ein Bild von dem Leben auf der Straße“, lautete die Aufgabenstellung des Malwettbewerbes, der von der Straßenzeitung „Abseits“ ausgeschrieben wurde. Jetzt wurden die drei Sieger geehrt.

Wie leben Menschen auf der Straße? Mit viel Kreativität gingen Schüler in Osnabrück dieser Frage nach. Eine Aktion, die Bewusstsein schaffen soll: „Wohnungslose Menschen werden häufig nur im Abseits wahrgenommen und nicht als Teil der Gesellschaft. Es ist wichtig, dass wir junge Leute schon früh an das Thema Wohnungslosigkeit heranführen“, sagt Redaktionsleiter Thomas Kater. Mehr als 150 Schüler verschiedener Altersklassen und Schulen nahmen an dem Wettbewerb teil. „Wir sind überwältigt von der Resonanz“, sagt Kater, „bei so vielen tollen Einsendungen haben am Ende Nuancen über den Sieg entschieden.“

Die fünfköpfige Jury bestand neben Redaktionsmitarbeitern und Sozialarbeitern der Tageswohnung für Wohnungslose auch aus dem freischaffenden Künstler Manfred Blieffert. „Mit seinem geschulten Auge hat er die Bilder nach künstlerischer Qualität beurteilt“, sagt Kater.

Nach den Kriterien Idee, Kreativität und Umsetzung entschied sich die Jury für drei Gewinner aus drei Altersklassen: Marco Lindenberg aus der siebten Klasse der Integrierten Gesamtschule Osnabrück gewann für sich und seine Klassenkameraden eine Führung durch das Stadttheater, Evelyn Losing aus der zehnten Klasse der Ursulaschule bekam einen Kinogutschein und für ihre gesamte Klasse eine Kinovorführung im Cinema-Arthouse. Rayane Louhichi aus der zwölften Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums gewann ebenfalls einen Kinogutschein und mit ihrer Klasse eine alternative Stadtführung, die an Treffpunkten, Anlaufstellen und Schlafplätzen wohnungsloser Menschen vorbeiführt.

Marco Lindenberg ist in der Planung seines Bildes strategisch vorgegangen: „Ich habe mich gefragt‚ wann und wo ich Wohnungslosen begegne und bin sofort auf den Neumarkt gekommen.“ In seinem Bild hat er versucht, die Einsamkeit Wohnungsloser und das Desinteresse der Gesellschaft einzufangen. „Ich finde es schade, dass viele noch glauben, Wohnungslose seien selbst schuld an ihrer Situation“, sagt er. Evelyn Losing hat sich in ihrer Interpretation auf den Kontrast zwischen Luxus und Armut konzentriert und detailliert dargestellt, wie eine Parallelgesellschaft aussieht.

Rayane Louhichi hat ihr Bild als Mauer aufgebaut, in die kleine Türchen integriert sind: „Dahinter befinden sich Zitate aus Büchern, Magazinen und Zeitungen, die zeigen, was Wohnungslosigkeit bedeutet und wie sie von uns empfunden wird“, sagt sie, "Das Thema wird häufig versteckt und verschwiegen, das sollen die Mauern und Türen ausdrücken.“


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