Übergangslösung Personalwechsel im Klinikum: Lottis geht, Blok kehrt zurück

Von Wilfried Hinrichs

Luftaufnahme des Klinikums am Finkenhügel in Osnabrück. Archivfoto: David EbenerLuftaufnahme des Klinikums am Finkenhügel in Osnabrück. Archivfoto: David Ebener

Osnabrück. Überraschende Personalrochade im Klinikum Osnabrück: Der frühere Geschäftsführer Frans Blok kehrt für ein halbes Jahr zurück und übernimmt den Job von Alexander Lottis, der – nach offizieller Lesart – auf eigenen Wunsch sofort ausscheidet.

„Nach Beratungen im Aufsichtsrat besteht zwischen dem Klinikum und Herrn Lottis Einvernehmen, dass er auf seinen Wunsch als Geschäftsführer des Klinikums ausscheiden wird. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten, es bedarf aber noch der Klärung von Detailfragen.“ Das teilte Aufsichtsratsvorsitzender Fritz Brickwedde am Freitagmorgen der Belegschaft mit.

Über die Modalitäten der Trennung und einer etwaigen Abfindung sagte Brickwedde nichts. Es sei für die Dauer der noch laufenden Gespräche Stillschweigen vereinbart worden. (Weiterlesen: Steht Klinikum-Geschäftsführer Lottis vor dem Rauswurf?)

Blok ist wieder da

Frans Blok, der im Juni 2017 nach vier Jahren an der Spitze des Klinikums aus familiären Gründen seinen Abschied genommen hatte, kehrt auf einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrates für ein halbes Jahr in die Geschäftsführung zurück. Blok werde vom 1. Juni bis Ende des Jahres an der Seite von Martin Eversmeyer als weiterer Geschäftsführer für das Klinikum tätig sein. Brickwedde: „Wir werden zum 1. Januar 2019 einen neuen zweiten Geschäftsführer ins Klinikum holen. Bis dahin wird der erfahrene frühere Geschäftsführer Frans Blok unser Führungsteam verstärken. Mit ihm haben wir einen bewährten Sanierer und Krankenhausmanager an unserer Seite, der sofort mit bester Kenntnis des Klinikums starten kann und Geschäftsführer Eversmeyer zur Seite stehen wird.“ Brickwedde hatte sich nach eigenen Angaben vor etwa drei Wochen mit Blok in Köln getroffen und die Interimslösung besprochen. Eine komplette Rückkehr habe Blok aus privaten Gründen ausgeschlossen und sei gar nicht in Betracht gezogen worden, so Brickwedde.

Der Aufsichtsrat hatte Frans Blok vor einem Jahr nur ungern ziehen lassen. Der gebürtige Niederländer war 2013 als Sanierer geholt worden und führte das damals hoch defizitäre Klinikum durch einen harten Sanierungskurs in die schwarzen Zahlen. Blok ist zur Zeit im Urlaub und wollte sich am Freitag nicht äußern.

In der Kritik

Alexander Lottis war im Klinikum nicht unumstritten. Er war unter anderem für die Umsetzung des KOS-Work-Sanierungsprogramms zuständig. Lottis stand unter anderem in der Kritik, weil er neben seiner Geschäftsführertätigkeit ein eigenes Beratungsunternehmen für Betriebsräte führte. Die Nebentätigkeit war genehmigt und rechtlich nicht zu beanstanden,

Frans Blok (links) und Alexander Lottis. Archivfoto: Klinikum Osnabrück

Kritiker stellten aber die Frage, wie der Geschäftsführer eines Klinikums mit über 2200 Beschäftigten inmitten eines schwierigen Sanierungsprozesses Zeit und Energie aufbringen könne, eine eigene Firma zu leiten. Zuletzt hatte Lottis Schlagzeilen mit dem Ankauf eines 14000 Euro teuren Kunstwerks für das Klinikum gemacht. Den Ausschlag für die Trennung gaben dem Vernehmen nach Differenzen zwischen ihm und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Eversmeyer.