Hull und Co. mit dem Putzlappen unterwegs Schmierereien von Osnabrücker Solara entfernt

Von Sebastian Philipp


Osnabrück. Prominentes Putzkommando im Osnabrücker Schlossgarten: Mit Lappen und Bürste rückten Michael Hull und einige Mitstreiter jetzt der Solara auf den Leib. Unbekannte hatten die Skulptur in den vergangenen Tagen mit schwarzer Farbe besprüht.

„So etwas geht einfach gar nicht“, sagte Hull, der oft mit seinen Kindern in Sichtweite der Solara unterwegs ist. „Die Skulptur bedeutet mir und vielen anderen Osnabrückern sehr viel. Als ich gesehen habe, dass sie mit Farbe besprüht wurde, musste ich etwas unternehmen.“ Gemeinsam mit Barbara Piepenbrink, die sich einst dafür stark machte, dass die Solara dauerhaft in Osnabrück bleibt, legte Hull mit Lappen und Bürste Hand an.

Ein Profi hilft

Ein mühsames Unterfangen, das erst durch professionelle Hilfe richtig Fahrt aufnahm: Hull ließ seine Kontakte zum befreundeten Malermeister Wiho Pieper spielen, der mit Mitarbeiter Peter Eimer einen Profi in Sachen Farbentfernung schickte. „Mit Lösungsmittel geht die Farbe in der Regel gut weg, man muss nur vorsichtig sein und etwas Geduld haben“, sagte Eimer.

Hull sieht sich bei der Reinigung der Solara gewissermaßen in der Pflicht. „Ich bin so etwas wie ein Pate für die Skulptur und möchte, dass die Solara weiterhin strahlt.“ In den kommenden Wochen möchte Hull auch den Aufbau der Skulptur reinigen. Der obere Teil ist zwar nicht beschmiert, Grünspan und andere Ablagerungen überdecken jedoch teilweise die sonst leuchtenden Farben.

Vor einigen Jahren saniert

Die Solara gehört seit dem Jahr 1999 der Stadt, nachdem die damalige Klasse 4c2 der Waldschule Lüstringen mit Lehrerin Piepenbrink eine Initiative für die Solara startete. Die Schüler kratzten ihr Taschengeld zusammen und brachten 28,50 Mark als erste Anzahlung zum Oberbürgermeister. Daraus wurde schließlich eine Bürgerinitiative: Drei Viertel der Kaufsumme von 100.000 Euro brachten Sponsoren auf, den Rest zahlte die Stadt dazu. Vor einigen Jahren musste die Solara generalüberholt werden: Mit der Unterstützung von Sponsoren gelang es, die arg ramponierte Skulptur ins Schweizer Atelier der Erschafferin Claire Ochsner zu transportieren. Die Künstlerin restaurierte ihr Werk, das im Herbst 2012 zurück in den Schlossgarten gebracht wurde.