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„Kein Hinweis auf Kindeswohlgefährdung” Baby in Lebensgefahr: Osnabrücker Jugendamt bekam Hinweis aus Familie

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Das Baby wird im Christlichen Kinderhospital behandelt. Foto: Gert WestdörpDas Baby wird im Christlichen Kinderhospital behandelt. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Im Falle des in Osnabrück von seinem Vater mutmaßlich lebensgefährlich verletzten Säuglings hatte das Osnabrücker Jugendamt schon vor der Geburt einen Hinweis aus der Familie der Eltern des Babys erhalten.

Das bestätigte Stadtsprecher Sven Jürgensen auf Anfrage unserer Redaktion. „Aus der Familie kam ein Hinweis, die Qualität des Hinweises kennen wir nicht”, sagte der Sprecher.

Amt: Kein Hinweis auf Kindeswohlgefährdung

Das Jugendamt habe daraufhin schon vor der Geburt Kontakt zu den werdenden Eltern aufgenommen. Diese hätten sich „sehr kooperationswillig” gezeigt, versicherte Jürgensen. „Das Jugendamt konnte nicht davon ausgehen, dass eine Kindeswohlgefährdung vorliegt – zumal das Kind noch gar nicht geboren war.”

Nach der Geburt des Jungen seien keine Mitarbeiter des Jugendamtes im Krankenhaus gewesen. „Das Baby kam früher als erwartet”, sagt Jürgensen.

Amt traf Absprachen mit Eltern

Der 24-jährige Vater und die gleichaltrige Mutter – es ist das erste Kind des unverheirateten Paares – hätten Absprachen für die Zeit nach der Geburt getroffen, etwa Telefonkontakte und Hausbesuche. „Kontakt über die Geburt hinaus wurde vereinbart”, sagt Jürgensen.

Erst wenige Stunden in Obhut der Eltern

Die Polizei hatte den Vater des wenige Tage alten Säuglings am Donnerstag festgenommen. Ein Richter schickte ihn in Untersuchungshaft. Er soll Oberstaatsanwalt Retemeyer zufolge das Baby am Dienstagabend schwer misshandelt haben, weil es geschrien hatte. Das Baby erlitt unter anderem schwere Kopfverletzungen. Zu diesem Zeitpunkt war der Junge erst wenige Stunden in Obhut der Eltern, nachdem die Familie die Geburtsstation eines Osnabrücker Krankenhauses verlassen hatte.

Erfundene Hundeattacke

Zuvor hatten die Eltern angegeben, ein fremder Hund habe das Baby auf einer Grünfläche in Hellern attackiert. Der Säugling kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Kinderhospital. Nachdem Zweifel an der angeblichen Hundeattacke aufgekommen waren, schalteten die Ermittler einen Rechtsmediziner ein. Dieser schloss einen Hundeangriff aus.

Die Tür des Hauses, wo die Misshandlung stattgefunden haben könnte, hat die Polizei versiegelt. Foto: Festim Beqiri

Am Donnerstagabend war der Zustand der Babys weiter bedenklich, aber stabil. Sollte es überleben, seien bleibenden Schäden nicht auszuschließen, hatte Retemeyer am Donnerstag gesagt.

Die Rolle der Mutter ist noch unklar. Der Kindsvater habe ausgesagt, sie habe mit der Angelegenheit nichts zu tun.

Die Ermittlungen dauern an.


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