Regionaler Gipfel „Bildung für unser Klima“ TV-Meteorologe Plöger plädiert in Osnabrück für mehr Umweltschutz

Von Marie-Luise Braun

Bekanntes Gesicht aus dem Fernsehen: Beim regionalen Klimagipfel 2018 sprach in Osnabrück der Meteorologe Sven Plöger. Foto: André HavergoBekanntes Gesicht aus dem Fernsehen: Beim regionalen Klimagipfel 2018 sprach in Osnabrück der Meteorologe Sven Plöger. Foto: André Havergo

Osnabrück. Beim fünften regionalen Klimagipfel haben sich 400 Teilnehmer in Osnabrück mit dem Thema „Bildung für unser Klima“ befasst. Prominenter Referent des Tages war der Meteorologe und TV-Moderator Sven Plöger.

Das Ziel von „Bildung für Klima“ brachte Andrea Hein, Mitarbeiterin für Umweltbildung im Museum am Schölerberg, ganz einfach auf den Punkt: „Klimabildung verhindert im Vorfeld, dass Fehler gemacht werden“, sagte sie mit Blick auf Verhaltensweisen, die das Klima schädigen können. Umso wichtiger sei es, möglichst früh umweltschonendes Verhalten zu vermitteln, damit Kinder von Anfang an ganz selbstverständlich danach handelten.

Hein hat gemeinsam mit einem Vertreter des Landkreises eines von elf Foren geleitet, in dem sich die 400 Teilnehmer des regionalen Klimagipfels verschiedenen Aspekten von Bildung widmeten: Da ging es um Energiesparen an Schulen und im Vorschulalter, Klimaschutz durch die Ernährung, Konsumfragen, die Unterstützung junger Menschen, die sich für die Umwelt engagieren, sowie – im Workshop von Andrea Hein – Klimabildung an außerschulischen Lernorten.

Zum fünften Mal fand ein regionaler Klimagipfel statt, nach Rheine beim vergangenen Mal war jetzt Osnabrück Station. Hier bot er neben den Foren einen Markt der Möglichkeiten, auf dem regionale Institutionen ihre Angebote präsentierten, Podiumsdiskussionen – und am Ende des Tages einen Vortrag mit dem TV-Meteorologen Sven Plöger.

„Darf ich mich ausziehen?“, fragte der Wetterexperte zu Beginn seines Beitrags. Er wollte sein Jackett ablegen angesichts der sommerlichen Temperaturen, die nicht nur draußen, sondern auch in der Aula der Hochschule herrschten.

Womit Plöger gleich beim Thema seines Vortrags war. Unter dem Titel „Gute Aussichten für morgen?!“ sprach er über die Veränderungen des Klimas und das Wechselspiel verschiedener Faktoren, die gegenseitig bedingen, dass es immer wärmer wird. Plöger erläuterte den Anteil der Menschen an diesen Veränderungen und zeigte auch auf, wie wir durch unser Verhalten dafür sorgen können, dass die Erwärmung des Klimas ein Tempolimit erhält. „Das Problem ist die Geschwindigkeit“, sagte Plöger. Der Rasanz, mit der sich das Klima ändere, könnten Lebewesen und Pflanzen nicht so schnell folgen und sich nicht darauf einstellen.

Verhaltensmöglichkeiten und ihre große Bedeutung aufzuzeigen sei besonders wichtig bei einem Thema, das so komplex ist – wodurch sich wiederum die Konsequenzen des Handelns nicht unmittelbar zeigten, betonte Plöger, der den Einsatz von Wind- und Sonnenenergie zum Schutz des Klimas befürwortet und für einen Perspektivwechsel plädierte: „Wenn Sie die Windräder stören, dann denken Sie doch mal an die Strommasten. Die werden akzeptiert, weil sie schon so lange in unserer Landschaft stehen. Viel ist also auch eine Frage der Gewohnheit.“

Kathrin Pohlmann hatte gemeinsam mit einer Vertreterin der Aktion Humane Welt ebenfalls ein Forum beim Regionalen Klimagipfel geleitet. Pohlmann ist die verantwortliche Redakteurin für das Heft „Himbeergrün“ aus dem Medienhaus Neue OZ, in dem Schüler über selbst recherchierte Umweltthemen schreiben. „In unserem Magazin sollen sie sich damit kreativ und journalistisch auseinandersetzen. Nur so lernen sie, Themen, wie etwa den Plastikverbrauch, in der Gesellschaft zu durchdringen“, sagte Pohlmann.

Sven Plöger (rechts) im Gespräch mit Dr. Peter Lüttmann (Bürgermeister der Stadt Rheine), Klaus Effing (Landrat Kreis Steinfurt) und Andreas Hübner (Geschäftsführer Firma Gertec, von links). Foto: André Havergo

Andrea Hein weiß, wie wichtig es ist, junge Menschen zum eigenen Handeln anzuregen, aber: „Klimabildung bekommt zu wenig Geld.“ Dabei sei Kommunikation doch der Anfang von allem. Auch beim Klimaschutz.


Der Regionale Klimagipfel: Im Jahr 2010 schlossen sich die Stadt und der Landkreis Osnabrück mit dem Kreis Steinfurt und der Stadt Rheine zur „Masterplanregion 100 % Klimaschutz“ zusammen. Gemeinsam arbeiten sie seither daran, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß in allen Sektoren zu reduzieren und den Ausbau der regenerativen Energien voranzutreiben. Seit 2014 gibt es jährlich einen gemeinsamen „Klimagipfel“, bei dem der regionalen Politik, Fachleuten vor Ort und der Öffentlichkeit verdeutlicht wird, welche Fortschritte gemacht wurden und welche Aktivitäten im kommunalen Klimaschutz laufen.