Bücher, bis der Ball rollt Buch- und Lesewochen für Kinder werden „echt wild“

Von Matthias Liedtke

Auf vielen Schultern
              
               sind die Buch- und Lesewochen für Kinder verteilt: (von links) Thomas Beiermann (Jugendzentrum Westwerk), Beatrice le Coutre-Bick (Literaturbüro Westniedersachsen), Ingrid Mai (Heinz-Fitschen-Haus), Tanja Hüls (Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße) und Kathrin Schmidt (Stadtbibliothek). Foto: Gert WestdörpAuf vielen Schultern sind die Buch- und Lesewochen für Kinder verteilt: (von links) Thomas Beiermann (Jugendzentrum Westwerk), Beatrice le Coutre-Bick (Literaturbüro Westniedersachsen), Ingrid Mai (Heinz-Fitschen-Haus), Tanja Hüls (Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße) und Kathrin Schmidt (Stadtbibliothek). Foto: Gert Westdörp

OSNABRÜCK. Das Dutzend wird voll: Zum zwölften Mal finden vom 4. Bis 14. Juni die Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder statt – diesmal unter dem Motto „Echt wild!“.

Seit dem Wegfall der Stadtteilbibliotheken sorgt die Veranstaltungsreihe alle Jahre dafür, dass Kinder und Jugendliche weiterhin über die gesamte Stadt verteilt zum Bücherlesen animiert werden. In Kooperation mit der Stadtbibliothek, wo klassische Autorenlesungen unter anderem mit Tobias Elsäßer („Eden Park“) und Jörg Isermeyer („Die Brüllbande“) stattfinden, und den verschiedenen Stadtteilzentren, die wiederum dort jeweils ansässige Schulen mit ins Boot holen, würden auch solche Schüler erreicht, die „von Hause aus nicht leseaffin sind“, betont Beatrice le Coutre-Bick vom federführenden Literaturbüro Westniedersachsen den inklusiven und offenen Ansatz der Lesewochen, die im letzten Jahr mehr als 1000 Kinder erreicht haben. Eröffnet wird die zwölfte Auflage mit Schauspieler Michael Hain und „Cowboy Klaus“.

„Wilder“ Austausch der Generationen

Auch diesmal wird das Jugendzentrum Westwerk wieder dafür sorgen, dass Viertklässler in einem Eversburger Seniorenheim über Bücher vermittelt in einen Austausch der Generationen treten können. Schauspieler Helmut Thiele wird dort sowohl Passagen aus dem Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und die wilde 13“ lesen als auch aus „Max und die wilde 7“, wo Kinderdetektive Fälle mit Hilfe von Senioren lösen. Im digitalen Zeitalter sollen Schüler dazu angestoßen werden, „mal wieder ein Buch als alternatives Medium“ zu entdecken, begründet Thomas Beiermann das abermalige Engagement des Westwerks. Der Ostbunker wird in diesem Jahr nicht dabei sein, dafür aber das Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße, wo Kinder bei einem altersgerechten Krimidinner ohne Tote in unterschiedliche Rollen schlüpfen „dem Täter auf die Spur kommen“ können, erläutert Sozialpädagogin Tanja Hüls. Im Heinz-Fitschen-Haus wird in Zusammenarbeit mit dem Hort Schinkelkids aus der eher als Filmfigur bekannten Pippi Langstrumpf gelesen, um anschließend rund um einen Bücherbus an der Heiligenweg-Schule „turbulente“ Aktionen nachzuspielen, verrät die stellvertretende Leiterin Ingrid Mai.   

Expeditionen ins Tierreich

Nicht nur in der Auswahl der Bücher spiegelt sich das diesjährige Motto der Lesewochen wider. Im Museum am Schölerberg findet im Naturgarten eine Expedition dorthin statt, „wo die Wildbienen leben“, von denen es allein in der Stadt Osnabrück knapp 100 verschiedene Arten gibt. Das Haus der Jugend bietet eine Reise mit Mogli aus dem Dschungelbuch in das Regenwaldhaus des Botanischen Gartens und einen „Tag als Tierpfleger im Zoo“ an. Das Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink aktiviert mit „wilden“ Aktionen sein Spielmobil an der Teutoburger Schule. Auch eine mehrsprachige Lesung steht wieder auf dem Programm: Diesmal wird in sieben Sprachen „King-Kong, das Fußballschwein“ in die Stadien der Partnerstädte einziehen. Wenn schließlich Joachim Masannek seine „Wilden Fußballkerle“   im Jugendzentrum Westwerk hat laufen lassen, werden wohl vornehmlich erstmal Fußballspiele „gelesen“. Denn der letzte Tag der Lesewochen wird der erste der WM in Russland sein.


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