Maiwoche 2018 Alpenländisches Flair: Das „kleine Maidorf“ kommt gut an

Von Matthias Liedtke


Osnabrück. Nicht das ganz große Spektakel, dafür aber umso gemütlicher kuscheliger: Das „kleine Maidorf“ am Markt kommt bei Maiwochenbesuchern aus allen Generationen gut an – nicht als gleichwertiger Ersatz für das große, sondern als andersartige Alternative.

Dabei sind sowohl das Ambiente als auch das kulinarische Angebot dem alpenländischen Stil durchaus treu geblieben. Aber dort, wo in den vielen Jahren zuvor ein Dach vor Regen schützte und eine Bühne für Partystimmung sorgte, lädt nun ein Ensemble aus einem halben Dutzend authentischer Almhütten zum gemütlichen Verweilen ein.

Zwei Radtouristen aus den Dolomiten, die aber inzwischen im westfälischen Lengerich wohnen, fühlten sich dort ebenso zuhause wie die Delegation aus dem österreichischen Gmünd, die in der letzten Woche die Maiwoche mit eröffnet hatte. Das berichtete Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der ganz privat durch das Hüttendorf schlenderte und es so ansprechend fand, dass er es nach der letzten Besprechung im gegenüberliegenden Rathaus am späteren Abend sogar noch einmal aufsuchen wollte.

„After Work“ ohne Party

Als Gelegenheit, den Feierabend unmittelbar nach getaner Arbeit gemütlich und bei einer frischen Erdbeerbowle ausklingen zu lassen, nutzte auch eine Gruppe Mitarbeiter aus einer Osnabrücker IT-Firma einen Besuch im kleinen Maidorf. Während das Original eher eine „Parallelveranstaltung“ gewesen, füge es sich passend und nahtlos in die übrige Maiwoche ein, zeigte sich nicht nur Ralf Hörnschemeyer begeistert. (Maiwoche 2018 in Osnabrück: Alle Infos in der Maiwochen-App)

Dass man es sich nun auf dem unüberdachten, weniger vollen und weniger verbauten Platz des Westfälischen Friedens auch im Sonnenschein mit Wein und zünftiger Vesperplatte gemütlich machen kann, wusste auch die internationale Radwandergruppe aus Westfalen zu schätzen, die per E-Bike und „auf Empfehlung“ den Weg ins kleine Maidorf gefunden hatte. Statt lauter Partymusik genossen sie dort das Plätschern des Brunnens, an dem sie sich niedergelassen haben, und die Sonnenstrahlen, die dort nun hineingelassen werden.

Hoffnung auf Comeback

Nach dem überraschenden Aus für die große Variante war Alando-Chef Frederik Heede in Südtirol fündig geworden und bestellte von dort die Hütten – auch, um den Platz für die nächsten Jahre nicht zu verlieren. Denn schließlich soll das kleine Maidorf mit stilecht integriertem, zentralem Thekenbereich unter der Stadtbibliothek nur eine Übergangslösung sein bis zu einem möglichen Comeback der großen Attraktion, um die Heede und sein Team jeden Tag ein bisschen weinen, wie er verrät. (Weiterlesen: Die Maiwochen-Macher – Unsere Party ist ihr Job)

Was sie aber als Alternativlösung binnen kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben, kann sich nicht nur sehen lassen, sondern kommt auch bei allen Generationen gut an. Das bedeutet allerdings nicht, dass gerade die jüngeren Maiwochenbesucher sich auch schon darauf freuen, wenn an dieser Stelle möglicherweise wieder Party gemacht werden kann.

Gemütliches Beisammensein statt Party: Osnabrücker Studentinnen vermissen das große Maidorf nur bedingt. Foto: André Havergo

Nicht nur die Gruppe Osnabrücker Studentinnen, die ihr Maidorf auch in „klein, aber fein“ mag, sieht keinen Widerspruch darin, erst an ein und demselben Ort gemütlich beisammen zu sein und anschließend gemeinsam zu feiern – und hofft, dass genau das vielleicht schon im nächsten Jahr wieder möglich sein wird.