200 Anlagen bis 2020 geplant 157 Windräder sind im Landkreis Osnabrück in Betrieb

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Die ersten Windräder des Landkreises sind vor zwei Jahren im Windpark Drehle in Gehrde (Samtgemeinde Bersenbrück) in Betrieb gegangen. Archivfoto: MeyerDie ersten Windräder des Landkreises sind vor zwei Jahren im Windpark Drehle in Gehrde (Samtgemeinde Bersenbrück) in Betrieb gegangen. Archivfoto: Meyer

Osnabrück. 157 Windenergieanlagen sind im Landkreis Osnabrück bereits in Betrieb. In den vergangenen fünf Jahren sind laut Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff 54 Anlagen gebaut worden, die schon 2016 Windenergie ins Stromnetz eingespeist haben. Bis 2020 sollen demnach sogar insgesamt 200 Windräder am Netz sein, die dann 77 Prozent des Energiebedarfs decken sollen.

Aktuell sind Riepenhoff zufolge noch 53 Anlagen in der Projektierungsphase oder fortgeschrittenen Genehmigungsphase. Die Ausbaugeschwindigkeit der Windkraft sei damit „voll im Zielpfad aus dem Masterplan Klimaschutz“. Der Landkreis hatte sich im Rahmen des Masterplans 100 Prozent Klimaschutz verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Rasante Entwicklung im Bereich Windenergie

Riepenhoff lobt den „massiven Ausbau der Windenergie“ im Landkreis und hält es für realistisch, dass bis zum Jahr 2020 mehr als 200 Windräder am Netz sind. Der Landkreis prognostiziert, dass 77 Prozent des Energiebedarfs bis 2020 durch Windenergie gedeckt wird. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung im Landkreis habe im Jahr 2016 bereits 59,5 Prozent betragen. Der Anteil der Windenergie am Strommix habe 2016 aber erst 25 Prozent betragen. „Die Entwicklung zeigt die rasante, erfolgreiche Entwicklung im Bereich Windenergie“, stellt Riepenhoff fest.

100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030: Realistisches Ziel

Da das Aufkommen des Stroms aus Photovoltaik-Anlagen laut Riepenhoff pro Jahr um vier Prozent wächst, ist das Ziel, sich im Strombereich bis 2030 komplett mit erneuerbaren Energien zu versorgen, „in Reichweite“. Der Ausbau der Windenergie sei für den Landkreis ein gewaltiges Projekt. Die 54 Anlagen seit 2013 umfassen demnach bereits 168 Megawatt Leistung. Als Faustformel könnten pro Megawatt Leistung 1,5 Millionen Euro Gesamtinvestition geschätzt werden. Demnach wurden im Landkreis seit 2013 rund 250 Millionen Euro in den Ausbau von Windkraftanlagen investiert.

Windenergie-Holding des Landkreises kommt nicht

Zusätzliche Anreize des Landkreises zur stärkeren Nutzung von Windenergieanlagen durch regionale Investoren oder durch Bürgergenossenschaften hält Riepenhoff nicht für nötig. Die Enttäuschung, dass die geplante Windenergie-Holding des Landkreises (Wehlos) nun geplatzt ist, hält sich daher auch in Grenzen. „Die Klimaschutzziele lassen sich dank der hohen Investitionsbereitschaft in der Region auch ohne Wehlos erreichen“, sagt Riepenhoff. Er zeigte sich sogar „zufrieden“, dass auf die Wehlos-Gründung verzichtet werden kann.

500 Millionen Euro für 100 Windräder waren geplant

Landrat Michael Lübbersmann hatte vor sechs Jahren die Gründung der Wehlos geplant, um 100 neue Windräder zu bauen. Das Investitionskapital von 500 Millionen Euro sollte dafür ganz überwiegend aus der Region kommen. Die geplante Holding sollte gemeinsam von Stadtwerken aus der Region sowie von Städten, Gemeinden und kommunalen Verbänden gegründet werden. Auch Bürger hätten sich daran beteiligen können. Im Jahr 2014 hatte der Chef der Landkreis-Energiegesellschaft Energos, Christian Niehaves, bei einer Wehlos-Beteiligung Renditen von sieben bis zwölf Prozent in Aussicht gestellt.

„Nur dort, wo der Markt nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, sollte die öffentliche Hand eingreifen“

Der Landkreis selbst konnte bislang erst zwei Windräder in Gehrde in der Samtgemeinde Bersenbrück in Betrieb nehmen. Riepenhoff erklärt: „Nur dort, wo der Markt und seine Mechanismen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, sollte die öffentliche Hand zusätzliche Anreize geben oder selbst aktiv werden.“ Windkraftnutzung im Landkreis Osnabrück zeichne sich gegenwärtig aber durch eine ausreichende Zahl privater Investoren aus. Daher müsse der Landkreis gar nicht zwingend ins Windkraftgeschäft eingreifen.


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