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15.05.2018, 15:34 Uhr PLÄNE DES JUSTIZMINISTERIUMS

Haus des Jugendrechts in Osnabrück nur Kosmetik

Von Sandra Dorn


Die Jugendgerichtshilfe in Osnabrück arbeitet laut Fachdienstleiter Hans-Georg Weisleder schon eng mit Polizei und Justiz zusammen. Foto: Archiv/ Michael GründelDie Jugendgerichtshilfe in Osnabrück arbeitet laut Fachdienstleiter Hans-Georg Weisleder schon eng mit Polizei und Justiz zusammen. Foto: Archiv/ Michael Gründel

Osnabrück. Dass die Jugendstrafverfahren zu lange dauern, ist Fakt und das ist schlecht. Wie sollen junge Erwachsene, die auf die schiefe Bahn geraten sind, die Institutionen ernst nehmen, wenn Monate verstreichen, bis sie bestraft werden? Von der Gefahr, dass sie in der Wartezeit erneut straffällig werden mal ganz zu schweigen.

Dass die Jugendstrafverfahren zu lange dauern, ist Fakt und das ist schlecht. Wie sollen junge Erwachsene, die auf die schiefe Bahn geraten sind, die Institutionen ernst nehmen, wenn Monate verstreichen, bis sie bestraft werden? Von der Gefahr, dass sie in der Wartezeit erneut straffällig werden mal ganz zu schweigen.

Ob die Gründung von „Häusern des Jugendrechts“ die Verfahrensdauern verkürzen, darf jedoch zurecht bezweifelt werden. Zumindest in Osnabrück arbeiten Justiz, Polizei und Jugendgerichtshilfe laut Stadtjugendpfleger Hans-Georg Weisleder doch sowieso schon eng zusammen. Nur weil sie künftig womöglich im selben Haus sitzen, wird es nicht schneller gehen.

Solange es nicht mehr Richter gibt, wäre die Einführung von „Häusern des Jugendrechts“ nicht mehr als Kosmetik, die im schlimmsten Fall auch noch unnötige Kosten verursacht. Den Jugendlichen wäre damit nicht geholfen.


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