Zoff in der Geschäftsführung Steht Klinikum-Geschäftsführer Lottis vor dem Rauswurf?

Von Dietmar Kröger

In der Geschäftsführung des Klinikums Osnabrück knirscht es noch immer. Foto: David EbenerIn der Geschäftsführung des Klinikums Osnabrück knirscht es noch immer. Foto: David Ebener

Osnabrück. Dass es in der Geschäftsführung des Klinikum Osnabrück knirscht, ist nicht neu. Das sangen die Spatzen in den vergangenen Monaten bereist von den Dächern. Mittlerweile scheinen die Differenzen zwischen Alexander Lottis und Martin Eversmeyer aber so groß geworden zu sein, dass Lottis derzeit freigestellt ist und der Aufsichtsrat nach Lösungsmöglichkeiten sucht.

Alexander Lottis ist seit November 2014 Mitglied der Geschäftsführung des Klinikums Osnabrück. An der Seite von Frans Blok, der ebenfalls 2014 als Sanierer in das damals wirtschaftlich schwer angeschlagene Krankenhaus auf dem Finkenhügel geholt wurde, brachte Lottis die Klinikgesellschaft mit diversen Maßnahmen – unter anderem durch einen erheblichen Lohnverzicht der Belegschaft – wieder in ruhigeres Fahrwasser. Die Verträge von Blok und Lottis hatten zunächst eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2017. Beiden Geschäftsführern wurde im April 2016 vom Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung bis zum 30. September 2020 angeboten. Während Blok „aus familiären Gründen“ seinen Vertrag nicht verlängern wollte, nahm Lottis das Angebot dankend an.

Aufsichtsrat tagt am Donnerstag

Damit könnte am Donnerstag dieser Woche Schluss sein. Dann tagt der Aufsichtsrat, um über das weitere Vorgehen in der Causa Lottis zu beraten. Bis dahin fällt es dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Fritz Brickwedde zu, eine möglichst einvernehmliche Lösung mit Alexander Lottis zu finden. Brickwedde bestätigte unserer Redaktion, dass die Situation zwischen den Geschäftsführern angespannt sei. Das Klinikum sei nach schwierigen Zeiten nun wieder auf einem guten Weg. Um diesen erfolgreichen Weg weiter gehen zu können, bedürfe es einer reibungslos funktionierenden Geschäftsführung. Diese sei derzeit nicht in der gewünschten Form gegeben. Brickwedde betonte, dass es im Aufsichtsrat ein gemeinsames Meinungsbild gebe. Er sei sich sicher, dass das Gremium in Sachen Lottis einen einstimmigen Beschluss fassen werde. Während Lottis für eine Stellungnahme zu den Vorgängen nicht erreichbar war, verwies Eversmeyer auf den Aufsichtsratsvorsitzenden Brickwedde.

Kauf von teurem Bild sorgte für Unmut

Alexander Lottis hatte schon mehrfach Unmut auf sich gezogen. Zuletzt war der Klinikum-Geschäftsführer mit dem Ankauf eines Bildes des Osnabrücker Malers Helle Jetzig ins Gerede geraten. 14.000 Euro hatte Lottis für das Kunstwerk ausgegeben. Zwar wurde festgestellt, dass der für das Gebäudemanagement und den Einkauf zuständige Geschäftsführer mit dem Ankauf des Bildes seine Kompetenzen nicht überschritten hatte, gleichwohl blieb ein fader Beigeschmack. Lottis hatte 14.000 Euro für ein Bild ausgegeben, während die Mitarbeiter des Klinikums auf Lohn verzichten, um ihr Krankenhaus zu sanieren. Das Bild wurde zwischenzeitlich gewinnbringend verkauft, ist aber nach dem Verkauf als Dauerleihgabe im Klinikum verblieben.

Abschied wegen Unstimmigkeiten?

Auch das Lottis neben seinem Job im Klinikum gemeinsam mit einer Partnerin noch die 2006 gegründete Beratungsgesellschaft BR Consultants GmbH als Geschäftsführer weiter betrieb, stieß nicht wirklich auf Beifall. Vor allem die FDP stellte in Person ihres Vorsitzenden Moritz Gallenkamp kritische Fragen zu Lottis‘ Nebentätigkeit als Berater von Personal- und Betriebsräten.

Der Verbleib von Klinikum-Geschäftsführer Alexander Lottis auf dem Finkenhügel ist derzeit in Frage gestellt. Foto: Klinikum Osnabrück

Alexander Lottis waren und sind dem Vernehmen nach keine dienstlichen oder persönlichen Verfehlungen vorzuwerfen. Der nun drohende Abschied aus der Klinikgeschäftsleitung fußt Beobachtern zufolge einzig auf den Unstimmigkeiten zwischen Lottis und Eversmeyer.